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Ein Weg

Ident. Nr.: NG 17/74

ObjID: obj:959708

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Friedrich Ahlers-Hestermann (1883 - 1973),
Künstler*in
Datierung
1929
Weitere Titel
Sammlungstitel: Ein Weg
Übersetzung: Path
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
1973
Nachlass des Künstlers,
1973–1974
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 59 x 70 cm
Erwerbung
1974 Schenkung aus dem Nachlass des Künstlers

Objektbeschreibung

1928 zog Ahlers-Hestermann von Hamburg nach Köln um. Er übernahm eine Malklasse an den von Richard Riemerschmid geleiteten Kölner Werkschulen. „Nach anfänglicher Fremdheit […] entstand eine Anzahl von Bildern, die eine größere Freiheit in Mitteln und Anschauung dokumentieren, und die ich als Spiegelungen einer glücklichen Zeit zu meinen liebsten zähle“, schrieb der Künstler rückblickend (zit. nach Ahlers-Hestermann, Glüsing, Steffens, Ausst.-Kat. Hamburg, 1968, S. 181). Von Köln fuhr Ahlers-Hestermann nun auch wieder öfter nach Paris, um der modernen französischen Kunst zu begegnen. Seine Bilder dieser Jahre zeichnen sich durch eine poetisch-lyrische Überhöhung aus, er arbeitete darin zunehmend mit grafisch-linearen Elementen, beides hatte er an den Werken Henri Rousseaus studiert. Die Mitte des Gemäldes „Ein Weg“ nehmen in der gesamten Höhe zwei Tannen mit präzise gezeichneten Astenden ein, die helle hinter der dunkleren, wie ihr Schattenbild. Flankiert werden sie auf der linken Seite von einem Gebäudestreifen und von Laubbäumen rechts. Im Zwischenraum verläuft links der titelgebende, verschattete Weg entlang einer Mauer, mit einer Frauengestalt in blauem Kleid und Einkaufskorb. In dem rechten Durchblick erkennen wir einen Turm mit vier Ecktürmchen, der stark an St. Gereon in Köln erinnert – ein geografischer Bezug, der den poetischen Gesamteindruck dieses ausgewogen komponierten Bildes nicht mindert. | Angelika Wesenberg

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Aufstehendes Pferd

Aufstehendes Pferd

Das ehemals im Besitz des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Berlin befindliche „Aufstehende Pferd“ aus lebhaft strukturiertem rot-schwarzen Lahnmarmor steht exemplarisch für Graevenitz’ Schaffen, dessen künstlerisch erfolgreichste Phase in die Zeit des Nationalsozialismus fiel. Ab 1937 leitete er die Bildhauerklasse sowie – mit einigen Unterbrechungen aus gesundheitlichen Gründen – vom selben Jahr bis 1945 die Kunstakademie in Stuttgart als Direktor. Beim vorliegenden Werk hat von Graevenitz offenbar das Zugleich von noch ruhendem Pferdekörper und sich bereits in Bewegung setzenden Vorderbeinen samt sich aufbäumendem Kopf bildhauerisch gereizt, variierte er das Thema doch mehrfach: so etwa in der monumentalen Travertinskulptur „Aufstehendes Pferd“ von 1934/1935 für den Garten des Robert-Bosch-Krankenhauses Stuttgart oder in seinem 1934 möglicherweise im Zusammenhang mit der Ausgestaltung des Berliner Olympiageländes entstandenen Entwurf „Pferd in Wellen“ (Verbleib unbekannt). Das heute als Dauerleihgabe in der Stiftung Fritz von Graevenitz in Solitude bei Stuttgart befindliche „Aufstehende Pferd“ aus dem Bestand der Nationalgalerie war von Graevenitz’ bildhauerischer Beitrag auf der „Großen Deutschen Kunstausstellung“ 1937 im Münchner Haus der Deutschen Kunst; es wurde 1938 auch unter dem Titel „Leżący koń“ (Liegendes Pferd) auf der Propagandaschau „Deutsche Bildhauer der Gegenwart“ in Warschau und Krakau gezeigt. | Yvette Deseyve

Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson