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Kleiner Torso

Ident. Nr.: B III 33

ObjID: obj:959774

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Theo Balden (1904 - 1995),
Künstler*in
Datierung
Herstellung: 1941
Weitere Titel
Sammlungstitel: Kleiner Torso
Übersetzung: Small Torso
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
1967
Material / Technik
Blei
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 26,5 x 10 x 15 cm
Erwerbung
1966 Ankauf vom Künstler

Objektbeschreibung

Nach dem Angriff Deutschlands auf Frankreich wurde Balden, ebenso wie andere deutsche Emigranten in Großbritannien, als „feindlicher Ausländer“ in Kanada interniert. Monate später, 1941, konnte er durch die Fürsprache der Royal Academy of Arts nach England zurückkehren. Erst in dieser Zeit begann Balden, sich vermehrt künstlerisch zu betätigen. Auffällig ist seine Auseinandersetzung mit dem Werk von Henry Moore, dem er in den 1940er-Jahren begegnete. Beide Bildhauer gehörten der Artists International Association (AIA) an, einer linksgerichteten Künstlerorganisation, die sich für Frieden, Demokratie und kulturelle Entwicklung einsetzte. Durch sie erhielt Balden die Möglichkeit, seine Skulpturen öffentlich zu zeigen. So war sein erst kurz zuvor beendeter „Kleiner Torso“ 1941 auf der Mitgliederausstellung der AIA in London zu sehen. Deutlich ist in dem nur 26,5 Zentimeter hohen wuchtigen, gleichzeitig etwas gelängten knienden Frauenkörper mit dem kleinen Kopf die Auseinandersetzung mit den Frauendarstellungen von Moore und dessen Verständnis von Körper, Natur und Raum zu spüren. Das Fragmentarische der Figur versinnbildlicht für Balden die Unvollendbarkeit des künstlerischen Tuns. Die Beschäftigung mit dem Werk Moores und mit anderen britischen Künstlern sollte das gesamte Schaffen von Balden maßgeblich prägen. | Maike Steinkamp

Letzte Aktualisierung: 28.08.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bild 56 (Holländische Mühle)

Bild 56 (Holländische Mühle)

Als eine der ersten Frauen hatte Heemskerck von 1897 bis 1901 die Academie van Beeldende Kunsten in Den Haag besucht. Nach einjährigem Studienaufenthalt in Paris kehrte sie 1905 in die Niederlande zurück, lernte den Kreis um Piet Mondrian kennen, wandte sich der Anthroposophie zu und ließ sich ab 1913 durch Herwarth Walden und dessen Berliner Galerie Der Sturm vertreten. Im September 1916 begegnete sie dem Medizinstudenten und späteren Psychiater Frederik Willem Zeylmans van Emmichoven. Nach intensiven Gesprächen notierte dieser im Januar 1917 zu ihrem „Bild 56“: „Gedanken über die Arbeit, die Ruhelosigkeit des Geistes. Als Hauptmotiv eine Mühle, einfach, kraftvoll aufgebaut. Die Flügel scheinbar still, darunter jedoch kräftige Kreisbögen, schwarz und orangefarben, die durch ihre wiederholte, abwechselnde Erscheinung Gedanken an unermüdliche Arbeit, an das Durchschwingen der Mühlenflügel hervorrufen. Rund um all dies in Rot und Grün das Spiel der menschlichen Emotionen und der Leidenschaft inmitten des unaufhaltsam fortströmenden Lebens. Zwischen all dem steigt die Mühle empor – in hellem Violett – als Symbol des Wertes der Arbeit, der heiligen und erlösenden Aufgabe der Menschheit. Über den Hintergrund spannt sich schwarz und drohend ein Brückenbogen, dazwischen weisen schlanke, dunkle Spitzen nach oben. Eine Darstellung der aufsteigenden Kraft der ruhelosen Arbeit, und des Glücks und der Ruhe, die sie – vollbracht – gewährt“ (zit. nach Jacoba van Heemskerck, 1876–1923. Eine expressionistische Künstlerin, Ausst.-Kat., Berlin [West]/Stuttgart/Den Haag, 1983, S. 27). | Dieter Scholz

Straße

Straße

Im Frühjahr 1930 schloss Heldt sein Studium ab. Anschließend besuchte er Paris und begegnete dort auch dem Maler Maurice Utrillo. Er liebte dessen Bilder stiller, melancholischer Straßen auf dem Montmartre oder in den Vororten von Paris, wie man auch in einem seiner poetischen Texte lesen kann. Den Beginn des eigenen Werkes in der Berliner Tradition des 19. Jahrhunderts aber bedauerte er nicht. An den Studienfreund Hans Kuhn schrieb er noch 1951: „Wir gingen vom Braun aus, und das gab ein gutes Fundament zur Entwicklung des Kolorits. Ohne Kolorit gibt es keine Befreiung der Farbe. Die große Erschütterung brachten van Gogh, Utrillo, Rousseau; das machte den Weg frei zur Ausbildung einer Sensibilität, die demjenigen, der eine solche Entwicklung nicht erlebt hat, jenseits des Malerischen zu liegen scheint“ (zit. nach WVZ Schmied/Seel 1976, S. 21). Nach seiner Paris-Reise findet sich bei Heldt für kurze Zeit, wie bei dieser Straßensicht, viel Rosa nach dem Vorbild Utrillos. Jenem entspricht aber die wie mit dem Lineal gebaute Komposition keineswegs. Das Gemälde „Straße“ besitzt nichts Anekdotisches: Personen, Laternen, Beschriftungen fehlen. Wir sehen eine Mauer, einen Baum und drei kubische Häuser mit leeren Giebelflächen, Fenster und Türen als schwarze Rechtecke. Das Kolorit ist auf wenige helle Farben reduziert, die einzelnen Flächen aber sind sorgfältig in mehreren Farbschichten aufgebaut. So entstanden malerische Hauswände, wie Heldt sie an den Bildern Utrillos bewunderte. | Angelika Wesenberg

Selbstporträt

Selbstporträt

Zeitlebens porträtierte sich Händler selbst, wobei er sich immer in seiner Profession darstellte – wenn nicht direkt in seinem Atelier, dann stets mit Attributen, die ihn als Maler ausweisen. In „Selbstporträt“ (1978) verortet sich der Künstler in seinem karg und eng wirkenden Arbeitsraum als Bruststück in Dreiviertelansicht im Mittelpunkt des Bildes – umgeben von Objekten, die auf seine Tätigkeit verweisen: Links im Vordergrund erblickt man die im Anschnitt dargestellte Rückseite einer auf den Keilrahmen gespannten Leinwand, aus der rechten unteren Bildecke hereinkommend zwei aufeinanderliegende Farbkästen mit Tuben auf einem Tisch. An der Wand im Hintergrund hängen drei Bilder, die auf Händlers bevorzugte Genres hindeuten: Links im Hochformat ein weiblicher Akt, rechts ein Stillleben im Querformat, darunter ein Kopfstück. Der Maler selbst scheint der Leinwand vor ihm zugewandt, doch sein Blick geht an ihr vorbei zu den Betrachtenden. Charakteristisch ist nicht nur die vorwiegend auf Grau-, Braun- und Ockertönen basierende Farbpalette, sondern auch der Blick aus dem Bild: Die fortwährende Selbstbefragung, die Händler in seinen Selbstbildnissen anstellt, findet stets im Angesicht seines Gegenübers – seiner Zeit und Zeitgenoss*innen – statt. Dabei ist ein unscheinbares Detail, das auch in Gruppenbildern wiederkehrt, die brennende Lampe, die in diesem Gemälde als Symbol für das Sehen im Sinne von (Selbst-)Erkenntnis steht. | Michaela Mai

Schreitende Frau mit Krug

Schreitende Frau mit Krug

Mit ihrer Hinwendung zu einem naturalistischeren Stil entwickelte Steger auch einen neuen Frauentyp. Dieser ist weniger bewegt und expressiv als ihre früheren Figuren und von einer herben, zeitlosen Schönheit. Ihre kleinformatige „Schreitende Frau mit Krug“ wird von einem durchsichtig wirkenden Tuch in ihrer Nacktheit eher umspielt als verdeckt. Den Kopf hält sie geneigt, im verklärt nach oben gewandten Antlitz sind die Augen geschlossen. Trotz der angedeuteten Schrittbewegung wirkt die Figur statuarisch. Der Blickpunkt liegt auf dem markant modellierten Gesicht und dem Krug, den die Frau auf der rechten Schulter trägt. Krugträgerinnen waren seit der Antike und später vor allem im Klassizismus ein gängiges Bildmotiv und Symbol der Reinheit. Als Bildhauerin hatte sich Steger schon früh und als eine der wenigen Frauen in der Kunstwelt der Weimarer Republik etabliert. An ihr prallte das Vorurteil ab, dass Frauen zu schwach seien, Materialien wie Holz und Stein zu bearbeiten. Sie wurde als Talent gefeiert, welches sich einer geschlechtsspezifischen Zuordnung entziehe und „nur noch der künstlerisch empfindende, erlebende und arbeitende Mensch“ sei (Zwei Bildnerinnen über ihr Schaffen, in: Koralle, 4. Jg. [1936], H. 5, S. 156). Mit burschikosem Kurzhaarschnitt und stets in Männerkleidung auftretend entzog sich Steger auch optisch den herrschenden Normen von Weiblichkeit. Sie trat für die Rechte von Frauen ein, kämpfte 1919 für deren Zulassung an den Kunstakademien und reaktivierte 1927 den Verein der Berliner Künstlerinnen, an dessen Unterrichtsanstalt sie von 1929 bis 1942 die Klasse für Bildhauerei leitete. | Maike Steinkamp