Zimmerperspective m.[it] d.[er] dunklen Tür
Ident. Nr.: NG MB 112/2000
ObjID: obj:959798
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Museum Berggruen
Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1921
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: Zimmerperspective m.[it] d.[er] dunklen TürÜbersetzung: Room Perspective with Dark Door
- Provenienz
- im Besitz des Künstlers,
396391Leihe: vermutlich Galerie der Meister des 20. Jahrhunderts im Festspielhaus, Hellerau,
1923/1924 - vermutlich 1925Kommission: Neue Kunst Fides/Rudolf Probst, Dresden,
396393Hermann Lange, Krefeld,
1942Nachlass/Vermächtnis: Maria Lange, Krefeld,
1942 - mindestens 1954Thomas Ammann Fine Art AG, Zürich,
1994Wolfgang Wittrock Kunsthandel GmbH, Düsseldorf,
1994Kauf: Heinz Berggruen, Berlin/Paris,
1994–2000 - Material / Technik
- Ölpause und Aquarell auf Papier auf Karton
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 48 x 31,5 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/959798
Objektbeschreibung
Wie bei einer vignettierten Fotografie hebt sich vor einem dunklen Hintergrund eine merkwürdige Szenerie ab: Allerhand Objekte, meist in Form von Quadern, mitunter aber fast volumenlos wie Drähte und Antennen, sind auf eine dunklere Fläche hin ausgerichtet. Was zunächst wirkt wie der Bauplan einer großen Maschine oder das Modell für eine modernistische Stadt, wird durch den von Klee eigenhändig unten auf den Karton geschriebenen Titel als Innenraum mit Perspektivführung erklärt. Die Funktion der Objekte ist folglich, diese Perspektive zu veranschaulichen, ähnlich wie bei Veduten mit Idealstadtansichten im späten Quattrocento, in denen die gemalte Architektur dazu dient, auf einen einheitlichen Fluchtpunkt hinzuführen. Klees Linien wirken zwar wie mit dem Lineal gezogen, zielen aber eben gerade nicht auf einen einzigen Fluchtpunkt, sondern richten sich mit Knicken und Sprüngen auf die gesamte Fläche der Tür, die sie wie ein dunkles Loch verschluckt. Klee mochte es, scheinbar rigide Linienführungen durch Unregelmäßigkeiten zu konterkarieren (vgl. „Portal einer Moschee“, NG MB 141/2000). Ein Aquarell von 1920 zeigt eine ähnliche Assemblage von Möbeln und Objekten, die auf eine Wand mit einer Öffnung ausgerichtet sind: „Perspectiv-Spuk“ (1920; The Metropolitan Museum of Art, New York) war der erste Kunstankauf von Heinz Berggruen; das Blatt begleitete ihn über vierzig Jahre lang wie ein Talisman. Nun ist es in New York, wobei das vorliegende Aquarell im Museum Berggruen einen würdigen Ersatz darstellt. | Gabriel Montua
Letzte Aktualisierung: 08.06.2026
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Einrichtung:
Museum Berggruen