Der gelbe Pullover
Ident. Nr.: NG MB 67/2000
ObjID: obj:965711
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Museum Berggruen
Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1939
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: Der gelbe PulloverOriginaltitel: Le chandail jauneÜbersetzung: The Yellow Sweater
- Provenienz
- Paul Rosenberg, New York,
5.9.1941Beschlagnahmung: Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg,
28.4.1941Verwahrung: Commission de récupération artistique (CRA),
14.9.1945Restitution: Paul Rosenberg,
14.9.1945–1959Kauf: Heinz Berggruen, Berlin/Paris,
1959–2000 - Material / Technik
- Öl auf Leinwand
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 81 x 65 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/965711
Objektbeschreibung
Das Museum Berggruen besitzt mehrere Porträts Picassos von 1939 und 1940, in welchen eine kleinere Gesichtspartie mit Auge und Nase collagenartig an das übrige Gesicht angefügt wurde, sodass wir es wie aus zwei verschiedenen Perspektiven betrachten können („Kopf einer Frau mit buntem Hut“, NG MB 64/2000; „Frau in einem Sessel“, NG MB 66/2000, und „Frauenbildnis“, NG MB 69/2000). Im vorliegenden Fall schaut uns das Auge links im Bild frontal an, der Nasenrücken bildet die Verbindung zu der anderen Gesichtshälfte, die ein leicht nach links gewandtes Profil zeigt. Was dieses Porträt von Picassos damaliger Partnerin Dora Maar (1907–1997) in einem Sessel zum Plakatmotiv des Museums Berggruen werden ließ, ist die Harmonie, die es ausstrahlt. Anstatt grotesk zu wirken, erscheint das Gesicht wie geschliffener Marmor. Die prankenartigen Hände und der zu kurz geratene linke Arm fallen erst auf den zweiten Blick auf und ordnen sich der erhabenen Ruhe unter, welche die thronende Haltung und die breiten Farbfelder erzeugen. Turbulent hingegen ist die Provenienzgeschichte des Bildes: Kurz nach Beginn des Zweiten Weltkriegs am 31. Oktober 1939 in Frankreich gemalt, kaufte es der jüdische Pariser Kunsthändler Paul Rosenberg und legte es nach dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht wenige Monate später in den Safe einer Bank. Die Deutschen knackten den Tresor und wollten das Gemälde zusammen mit anderer Raubkunst abtransportieren, doch die Résistance konnte den Zug stoppen und das Werk seinem Eigentümer zurückgeben (Sven Haase, Der Kunstraub der Nationalsozialisten, in: Biografien der Bilder. Provenienzen im Museum Bergguen, Ausst.-Kat., Berlin, 2018, S. 41 ff.). | Gabriel Montua
Letzte Aktualisierung: 08.06.2026
Kontakt
Einrichtung:
Museum Berggruen