Stillleben mit Glas und Zeitung (Le guéridon)
Ident. Nr.: NG MB 90/2000
ObjID: obj:961231
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Museum Berggruen
Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1913
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: Stillleben mit Glas und Zeitung (Le guéridon)Originaltitel: Nature morte au verre et au journal (Le guéridon)Übersetzung: Still Life with Glass and Newspaper
- Provenienz
- Galerie Kahnweiler, Paris,
1913–1914Beschlagnahmung: Französischer Staat,
1914–1922Kauf: André Breton, Paris,
4.7.1922Mackenzie Sholto, London,
396080Douglas Sholto, London,
396081Earl Horter, Philadelphia,
mindestens 1926 - 29.7.1937Kauf: Douglas Cooper, London/Argilliers,
29.7.1937–1969Acquavella Galleries, New York,
1969–1970Privatbesitz, Italien,
1970–1980Acquavella Galleries, New York,
1981Kauf: Heinz Berggruen, Berlin/Paris,
1981–2000 - Material / Technik
- Schwarze Kreide, Kohle und Öl auf Leinwand
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 98,7 x 72,5 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/961231
Objektbeschreibung
Ab etwa 1909 entwickelte Braque in täglichem Austausch mit Pablo Picasso die Bildstruktur des Kubismus. Das „Stillleben mit Glas und Zeitung (Le guéridon)“ ist im Herbst 1913 entstanden, in der sogenannten synthetischen Phase des Kubismus, als es nicht mehr so stark darum ging, Gegenstände in ihre einzelnen Facetten aufzusplittern, sondern einen Bildraum durch die Addition heterogener Elemente zu erschaffen. Ohne einheitliche Zentralperspektive zeigt dieses Gemälde, was auf der Oberfläche eines Guéridons (eines kleinen runden, seltener ovalen Tisches) alles zu sehen ist. In dem Gewirr erkennt man die im Titel genannten Dinge, das Weinglas leicht rechts der Mitte sowie links davon ein Stück Zeitung. Letztere stellt ebenso wie die Holzmaserungen eines jener gemalten Collageelemente dar, wie sie Braque und Picasso in zeitgleich entstandenen Werken auch direkt auf die Leinwand geklebt haben. Die meisten Teile sind aber nicht realen Gegenständen zuzuordnen, und so ergibt sich aus den in ein Oval gefassten rechtwinkligen Strukturen ein flirrendes Ensemble, das die traditionellerweise zwischen Vorder- und Hintergrund gestaffelten Bildebenen durcheinanderwirft. Mit Daniel-Henry Kahnweiler, der als Galerist und Autor maßgeblich zum Erfolg des Kubismus beigetragen hatte, André Breton, dem Wortführer der surrealistischen Bewegung, und schließlich dem Kunsthistoriker Douglas Cooper hatte dieses Gemälde berühmte Vorbesitzer. | Hans Jürgen Papies und Gabriel Montua
Letzte Aktualisierung: 20.05.2026
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Einrichtung:
Museum Berggruen