abstracte Farbenharmonie in Vierecken mit zinnoberroten Akzenten
Ident. Nr.: NG MB 128/2000
ObjID: obj:961234
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Museum Berggruen
Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1924
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: abstracte Farbenharmonie in Vierecken mit zinnoberroten AkzentenÜbersetzung: Abstract Colour Harmony in Squares with Vermilion AccentsOriginaltitel: Armonia
- Provenienz
- im Besitz des Künstlers,
1940Lily Klee, Bern,
1940–1945Kauf: Galerie Rosengart, Luzern,
1945Kauf: Erich Vatter, Bern,
1945 - vermutlich 1968Nachlass/Vermächtnis: Robert Vatter, Bern,
vermutlich 1968 - 1998Galerie Henze & Ketterer, Wichtrach,
1998Wolfgang Wittrock Kunsthandel GmbH, Düsseldorf,
1998Kauf: Heinz Berggruen, Berlin/Paris,
1998–2000 - Material / Technik
- Ölfarbe auf schwarz grundiertem Papier, mit Aquarell und Feder eingefasst, auf Karton
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 30,5 x 24,5 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/961234
Objektbeschreibung
Im Jahre 1923 waren Klees erste fünf „Quadraturbilder“ entstanden (vgl. „Nördlicher Ort“, NG MB 124/2000). Jahr für Jahr setzten ein bis zwei Varianten sie zu einer langen Reihe bis in das Todesjahr des Künstlers, 1940, fort. Die rhythmisierte Musikalität hatte Klee bereits 1921/1922 in seinen aquarellierten „Stufungen“ wie „Rot-Stufung“ (NG MB 113/2000) oder „Schleusen“ (NG MB 119/2000) erprobt und diese mit der Ölfarbentechnik seit 1923 in quadratischen Strukturfeldern auf einer anderen Ebene „aufgehoben“ (vgl. „Architektur“, NG 7/69). Dabei bilden Quadrate unterschiedlicher Größe und Ausdehnung das Gerüst für sein Verständnis bildnerischer Polyphonie. In der „abstracten Farbenharmonie“ setzen die „zinnoberroten Akzente“, ganz im Sinne der Farbtheorie Wassily Kandinskys – seinerzeit ebenso wie Klee Bauhausmeister in Weimar –, eine scharfe, trompetenhafte Steigerung in der Höhe der Tonlagen. Sie betonen die Diagonale von rechts oben nach links unten und stechen dadurch besonders hervor. In dieser farbigen Ausgewogenheit von Zinnoberrot und Grün, Gelb und Blau hat Klee an den Rand ein großes braunes, tonloses Quadrat als stabilisierenden Faktor gesetzt. Vor dem Halbdunkel der Quadrate (und Rechtecke) leuchten Zinnoberrot, Gelb und Blau wie kostbare Edelsteine: ein Paradigma für Klees Gedanken von der rhythmisch komponierten Einheit des Vielfältigen. | Roland März
Letzte Aktualisierung: 17.02.2026
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Einrichtung:
Museum Berggruen