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Schwarzer in der Métro

Ident. Nr.: A IV 624

ObjID: obj:959841

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Georg Eisler (1928 - 1998),
Künstler*in
Datierung
1986
Weitere Titel
Sammlungstitel: Schwarzer in der Métro
Übersetzung: Black Man in the Metro
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 150 x 130 cm
Erwerbung
1989 Schenkung des Künstlers, Wien

Objektbeschreibung

In Eislers Metrowagen stehen und sitzen Menschen; sie lesen oder schauen ihr Gegenüber an. „Schwarzer in Pariser Metro“ ist typisch für Eislers Werk, denn zum einen interessierte er sich für Darstellungen einzelner Menschen und von (anonymen) Menschenmassen. Zum anderen ist der Raum wie oft in seinem Œuvre in klassischer Perspektive und mit Standpunkt leicht seitlich der Mitte dargestellt. Rechts im Vordergrund steht ein Mann mit dunkler Hautfarbe, als Einziger etwas getrennt von den anderen Personen. Er ist in sich gekehrt oder schaut vielleicht auch auf die Mitfahrenden – Eislers etwas grob und breit wirkende, geschwungene Pinselstriche lassen wenige Details erkennen. Zum Erwerb des Bildes für die Nationalgalerie in Ost-Berlin kam es, weil der Österreicher Eisler seit einer Ausstellung seiner Werke 1985 in Ost-Berlin mit der Nationalgalerie in Kontakt stand. Ursprünglich hatte man über ein Porträt des marxistischen Philosophen Georg Lukács aus dem Jahr 1970 gesprochen, das der Künstler aber anderweitig verkaufte. Warum als Ersatz gerade dieses erworben wurde, geht aus der Korrespondenz nicht hervor (SMB-ZA, II A/NG 287). Es erschien offenbar wichtig, eines von Eislers Bildern zu besitzen, dem Sohn des Komponisten Hanns Eisler, der lange in Berlin gelebt hatte (siehe Inv.-Nr. B III 8). | Emily Joyce Evans

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Aufstehendes Pferd

Aufstehendes Pferd

Das ehemals im Besitz des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Berlin befindliche „Aufstehende Pferd“ aus lebhaft strukturiertem rot-schwarzen Lahnmarmor steht exemplarisch für Graevenitz’ Schaffen, dessen künstlerisch erfolgreichste Phase in die Zeit des Nationalsozialismus fiel. Ab 1937 leitete er die Bildhauerklasse sowie – mit einigen Unterbrechungen aus gesundheitlichen Gründen – vom selben Jahr bis 1945 die Kunstakademie in Stuttgart als Direktor. Beim vorliegenden Werk hat von Graevenitz offenbar das Zugleich von noch ruhendem Pferdekörper und sich bereits in Bewegung setzenden Vorderbeinen samt sich aufbäumendem Kopf bildhauerisch gereizt, variierte er das Thema doch mehrfach: so etwa in der monumentalen Travertinskulptur „Aufstehendes Pferd“ von 1934/1935 für den Garten des Robert-Bosch-Krankenhauses Stuttgart oder in seinem 1934 möglicherweise im Zusammenhang mit der Ausgestaltung des Berliner Olympiageländes entstandenen Entwurf „Pferd in Wellen“ (Verbleib unbekannt). Das heute als Dauerleihgabe in der Stiftung Fritz von Graevenitz in Solitude bei Stuttgart befindliche „Aufstehende Pferd“ aus dem Bestand der Nationalgalerie war von Graevenitz’ bildhauerischer Beitrag auf der „Großen Deutschen Kunstausstellung“ 1937 im Münchner Haus der Deutschen Kunst; es wurde 1938 auch unter dem Titel „Leżący koń“ (Liegendes Pferd) auf der Propagandaschau „Deutsche Bildhauer der Gegenwart“ in Warschau und Krakau gezeigt. | Yvette Deseyve

Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson