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Mondaufgang

Ident. Nr.: NG 7/63

ObjID: obj:959864

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Karl Schmidt-Rottluff (1884 - 1976),
Künstler*in
Datierung
1956
Weitere Titel
Sammlungstitel: Mondaufgang
Übersetzung: Moonrise
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 76 x 90 cm
Erwerbung
1963 Ankauf vom Künstler, Berlin (West)

Objektbeschreibung

Zum Werk von Schmidt-Rottluff gehören zahlreiche Landschaften im Mondschein. Und häufig betont der Maler den Himmelskörper durch eine dunkle Umrahmung. Auch die Bilder „Ferner Mond“ und „Mond über der Küste“, beide ebenfalls von 1956 (Brücke-Museum, Berlin), zeigen eine weiße Mondscheibe mit breitem Rand. Im vorliegenden steht das kalte Mondlicht neben dem warmen Licht der Fenster. Zwei großformatige Aquarelle in Mischtechnik, mit Farbstiften und Tusche ausgeführt, bereiteten das Gemälde vor (Privatbesitz; Museum Folkwang, Essen). Haus und Mond sowie die weiße Gartentür im Vordergrund konstituieren die Komposition, eine Reduzierung auf wenige Formen. Zwischen Tür und Haus liegt eine geschwungene Linie, die auf dem Aquarell als Weg erscheint. Die Himmelspartie, mit sichtbaren Pinselstrichen in Ockertönen wiedergegeben, also deutlich vom Naturvorbild gelöst, vermittelt dennoch ein eindrückliches Stimmungsbild. Vielfach blieb hier die Grundierung sichtbar – vermutlich eine Auswirkung der vorbereitenden Aquarelle auf die Ausführung in Ölmalerei. „Dieses Gemälde mit seinen beiden Lichtquellen, des Vollmondes und der erleuchteten Fenster, denen das Gartentor als weitere Lichtquelle assistiert, belegt besonders eindringlich, daß Schmidt-Rottluff trotz mancher Wandlungen und Reifung seiner Kunst stets seinem kraftvollen, in den ‚Brücke‘-Jahren entwickelten Stil treu geblieben ist.“ (Peter Krieger, Neuerworbene Bilder der „Brücke“-Maler, in: Jahrbuch Preußischer Kulturbesitz, Bd. 3 [1966], S. 263) | Angelika Wesenberg

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson