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Porträt Heinrich George

Ident. Nr.: B I 542

ObjID: obj:959902

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Martin Müller (1885 - 1956),
Künstler*in
Datierung
1930
Weitere Titel
Sammlungstitel: Porträt Heinrich George
Übersetzung: Portrait of Heinrich George
Geografische Bezüge
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 50 x 23 x 28 cm (inkl. Sockel)
Erwerbung
1932 Überweisung vom Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung

Objektbeschreibung

Heinrich George (1893–1946) war einer der bekanntesten Theater- und Filmschauspieler der Weimarer Republik. In den 1920er-/1930er-Jahren übernahm er bedeutende Rollen der klassischen und expressionistischen Dramenliteratur sowie im Film. Später arrangierte George sich mit dem NS-Regime, von 1938 bis 1945 war er Intendant des Schiller-Theaters in Berlin; 1946 starb er im sowjetischen Internierungslager Sachsenhausen. Die Büste entstand 1930, als George Intendant des Staatstheaters am Gendarmenmarkt geworden war und dort Johann Wolfgang von Goethes „Götz von Berlichingen“ inszenierte, mit sich selbst als „Urgötz“ in der Hauptrolle. Wer ihn erlebt hatte, war mitunter tief beeindruckt. So entstand zeitgleich ein ausdrucksstarkes Porträt Georges durch den Fotografen Hugo Erfurth. Wie Müllers Büste zeigt es den massigen Mann mit selbstbewusstem Blick, dem charakteristischen Schnauzbart und pomadigem Haar. 1932 porträtierte auch Otto Dix den Schauspieler (Kunstmuseum Stuttgart), und Max Beckmann schuf 1935 ein „Familienbild“ (B 95) mit George als raumgreifendem Oberhaupt, neben dem alle anderen zu Statisten werden. Müller, der 1923/1924 als künstlerischer Filmberater in Los Angeles tätig gewesen war, hatte an der Kunstakademie in Breslau bei Albert Werner-Schwarzburg sowie an der Hochschule für die bildenden Künste in Berlin als Meisterschüler von Ludwig Manzel studiert. Er war Mitglied der Berliner Secession; 1930 lebte er in Rom. Zu seinem heute eher unbekannten Werk zählen Aktdarstellungen, Bauplastiken, Büsten und Statuen. | Johanna Yeats

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Aufstehendes Pferd

Aufstehendes Pferd

Das ehemals im Besitz des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Berlin befindliche „Aufstehende Pferd“ aus lebhaft strukturiertem rot-schwarzen Lahnmarmor steht exemplarisch für Graevenitz’ Schaffen, dessen künstlerisch erfolgreichste Phase in die Zeit des Nationalsozialismus fiel. Ab 1937 leitete er die Bildhauerklasse sowie – mit einigen Unterbrechungen aus gesundheitlichen Gründen – vom selben Jahr bis 1945 die Kunstakademie in Stuttgart als Direktor. Beim vorliegenden Werk hat von Graevenitz offenbar das Zugleich von noch ruhendem Pferdekörper und sich bereits in Bewegung setzenden Vorderbeinen samt sich aufbäumendem Kopf bildhauerisch gereizt, variierte er das Thema doch mehrfach: so etwa in der monumentalen Travertinskulptur „Aufstehendes Pferd“ von 1934/1935 für den Garten des Robert-Bosch-Krankenhauses Stuttgart oder in seinem 1934 möglicherweise im Zusammenhang mit der Ausgestaltung des Berliner Olympiageländes entstandenen Entwurf „Pferd in Wellen“ (Verbleib unbekannt). Das heute als Dauerleihgabe in der Stiftung Fritz von Graevenitz in Solitude bei Stuttgart befindliche „Aufstehende Pferd“ aus dem Bestand der Nationalgalerie war von Graevenitz’ bildhauerischer Beitrag auf der „Großen Deutschen Kunstausstellung“ 1937 im Münchner Haus der Deutschen Kunst; es wurde 1938 auch unter dem Titel „Leżący koń“ (Liegendes Pferd) auf der Propagandaschau „Deutsche Bildhauer der Gegenwart“ in Warschau und Krakau gezeigt. | Yvette Deseyve

Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson