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Frischer Schnee

Ident. Nr.: A II 774

ObjID: obj:959945

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Theo Champion (1887 - 1952),
Künstler*in
Datierung
1931
Weitere Titel
Sammlungstitel: Frischer Schnee
Übersetzung: Fresh Snow
Originaltitel: Neve fresca
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 45 x 37 cm
Erwerbung
1931 Ankauf durch das Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung auf der Ausstellung des Deutschen Künstlerbundes in Essen für die Nationalgalerie

Objektbeschreibung

Auf den ersten Blick ähnelt „Frischer Schnee“ in Aufbau und Komposition vielen anderen Werken Champions. Und doch ändert sich durch die steil fluchtenden Linien der Mauern und den dadurch scharf abgetrennten Vordergrund alles. Der Künstler hat hier zwei Handlungsebenen geschaffen – die beiden Kinderfiguren im Vordergrund, den einsamen Spaziergänger im Hintergrund – und sich mit den Betrachter:innen verschworen, da nur dieser und der Maler selbst die Szene in Gänze überblicken können. Gleichzeitig kündigt der Künstler die Gemeinschaft mit den Betrachter:innen wieder auf, indem er die reduzierte Farbigkeit durch die blutrot gewandete Mädchenfigur jäh durchbricht und damit der Komposition einen unheimlichen, fast surrealen Akzent hinzufügt. 1932 wurde Champion Mitglied der Gruppe Die Sieben, zu der unter anderem auch Alexander Kanoldt, Georg Schrimpf und Franz Radziwill gehörten. Alle drei erhielten nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten Professuren an Kunsthochschulen. Champion war angeblich ebenfalls für eine solche Stelle in Berlin vorgesehen (Theo Champion, 1887–1952. Gemälde und Graphik, Ausst.-Kat., Düsseldorf/Kleve, 1987, S. 14). Statt diese anzutreten, zog er 1941 in das kleinstädtische Xanten und schaffte es, weitestgehend unbehelligt arbeiten und ausstellen zu können. Erst 1946 nahm er eine Lehrtätigkeit an der Düsseldorfer Akademie an, deren Wiederaufbau er maßgeblich mitgestaltete. | Katharina Wippermann

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson