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Brückenmotiv

Ident. Nr.: A IV 88

ObjID: obj:959949

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Paul Fuhrmann (1893 - 1952),
Künstler*in
Datierung
Herstellung: 1927/1928
Systematik/Art
Weitere Titel
Sammlungstitel: Brückenmotiv
Übersetzung: Bridge Motif
Provenienz
Nachlass/Vermächtnis: Elisabeth Fuhrmann, Berlin,
1966
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 111 x 85 cm
Erwerbung
1966 Ankauf aus dem Nachlass des Künstlers

Objektbeschreibung

Zusammen mit Oskar Nerlinger, William Wauer und anderen löste sich Fuhrmann 1925 aus dem Kreis um die Berliner Galerie Der Sturm. Unter der Bezeichnung Die Abstrakten zeigten sie ihre Werke ab 1926 bei der „Großen Berliner Kunstausstellung“. Fuhrmanns „Brückenmotiv“ wirkt wie ein Versuch, mittels konstruktiver Elemente eine größtmögliche Abstraktion zu erzeugen, ohne dabei die Gegenständlichkeit aufzugeben. Diagonal gestaffelte Pfeiler werden durch Brückenbögen verbunden, auf denen stilisierte Figuren unterwegs sind; grüne Flächen deuten Rasen und überhängendes Blattwerk an. Doch der vermeintliche Außenraum könnte ein Innenraum sein: ineinandergeschobene Kulissen auf einer Theaterbühne, durchzogen vom schräg einfallenden Licht der Scheinwerfer. Die Künstlichkeit der Szenerie wird verstärkt durch die Glätte der Farbfelder. Als dekoratives Gemälde in pastelligen Farben steht das Bild in merkwürdigem Gegensatz zu Fuhrmanns im Oktober 1927 erfolgtem Eintritt in die Kommunistische Partei Deutschlands und seinem kulturpolitisch-propagandistischen Engagement in der im März 1928 gegründeten Assoziation revolutionärer bildender Künstler (ASSO). | Dieter Scholz

Letzte Aktualisierung: 28.08.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Versammlung kurdischer Hirten vom Kolchos Lenin

Versammlung kurdischer Hirten vom Kolchos Lenin

Während seines Aufenthalts auf dem Baumwollkolchos „Lenin“, den Vogeler auf seiner Reise in den Südkaukasus im Sommer 1939 besuchte, fuhr er auch in das angrenzende Hochgebirge. Dort hielt er die baumlose grüne Berglandschaft und das Leben der kurdischen und armenischen Hirten in schriftlichen Aufzeichnungen und etlichen Bildern fest. Ein Ergebnis dieser Eindrücke ist das Gemälde „Versammlung kurdischer Hirten vom Kolchos Lenin“ (A III 288), das eine Gruppe von Hirtinnen und Hirten auf einem Bergplateau zeigt. Dem vorausgegangen waren die Studie „Versammlung kurdischer Hirten“ (A III 287) sowie eine Vielzahl an Zeichnungen und Aquarellen, die sich ebenso wie die Studien zu seinen anderen Reisen zum Teil im Kupferstichkabinett, Berlin, befinden. Auch das Gemälde „Armenische Hirten“ (A III 289) ist diesem Entstehungskontext zuzurechnen. Mit den genannten Werken gab Vogeler einen Einblick in das einfache, traditionsverbundene Leben der Hirten sowie der verschiedenen Bevölkerungsgruppen, die in dieser politisch so umkämpften Region aufeinandertrafen. Sie zeigen auch die Veränderungen auf, die mit der „Eingliederung“ in die Sowjetunion verbunden waren, die Dichotomie zwischen Alt und Neu, Tradition und Fortschritt, wie sie in dem 1940 entstandenen Gemälde „Sowjetgut Lissogorsk, Armenien“ (A III 290) zu erkennen ist. Während sich im Hintergrund jenes Bildes vor den beeindruckenden grünen Bergrücken des Nordkaukasus die modernen weißen Stallgebäude des Sowjetgutes erstrecken, sieht man im Vordergrund die traditonellen braunen Jurten der einheimischen Bevölkerung. | Maike Steinkamp

Liebespaar

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Die kleinplastische Aktdarstellung eines Mannes, der eine Frau bedrängt, wurde 1972 von der seit 1924 in Dresden existierenden Galerie „Kunstausstellung Kühl“ als eine undatierte Arbeit des Bildhauers Christoph Voll (1897–1939) erworben, der von 1911 bis 1924 in Dresden gelebt hatte. Diesem Umstand entsprechend wurde das Werk nach dem Ankauf mit der Angabe 1923/1924 publiziert (Realismus und Sachlichkeit. Aspekte deutscher Kunst 1919–1922, Berlin [Ost] 1974, S. 221, Kat.-Nr. 320). Stilistisch passt es aber eher zu den um 1937/1938 entstandenen späten Arbeiten. Die Verfasserin des Voll-Werkverzeichnisses äußerte 1994 Zweifel an der Urheberschaft des Bildhauers. Zwar entspreche die bewegte Szene mit den stämmigen Körpern durchaus dessen Darstellungsweise, doch gebe es auch deutliche Unterschiede: „Eine so dünne, glatte Sockelplatte zum Beispiel findet sich nirgends bei Voll […]. Ausschlaggebend für den Zweifel ist jedoch die Körperauffassung. […] Gesichter und Körper sind vereinfacht, erscheinen naiv und ungelenk. […] Das gesamte Œuvre Volls kennt keine solche Kombination von glatten, fast starren plastischen Formen und einem ausgesprochen erzählerischen Bewegungsmotiv. […] Insofern ist es eher unwahrscheinlich, daß die Bronze von Voll stammt. Vielleicht gehört sie zu einem der anderen Dresdener Bildhauer, deren Œuvre[s] nur bruchstückhaft zugänglich sind, beispielsweise Eugen Hoffmann“ (Anne-Marie Kassay-Friedländer, Der Bildhauer Christoph Voll, 1897–1939, Worms 1994, S. 228 f.). | Dieter Scholz