Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1930
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: Weißer JünglingÜbersetzung: White Youth
- Provenienz
- Kauf: Kunstsammlungen der Stadt (Schloßmuseum), Breslau,
1932–27.9.1937Beschlagnahmung: Deutsches Reich / Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda, Berlin,
27.9.1937 - 1943/44Güstrow, Kunsthändler Bernhard A. Böhmer,
1943/44 - 3.5.1945Nachlass Böhmer, Güstrow,
3.5.1945Deutsche Zentralverwaltung für Volksbildung, Berlin/SBZ,
21.3.1947Verwahrung: Museum der Stadt, Rostock,
21.3.1947 - 7.1949Ehem. Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie,
7.1949 - 1951 - Material / Technik
- Öl auf Leinwand
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 60 x 45,5 cm
- Erwerbung
- 1949 der Nationalgalerie aus dem Nachlass des Kunsthändlers Bernhard Böhmer übergeben. 1951 Schenkung des Magistrats von Groß-Berlin (Ost)
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/959956
Objektbeschreibung
Mit dem „Weißen Jüngling“ hat Schlemmer eine idealtypische Einzelfigur geschaffen, einen „Umrissmenschen“ (Peter-Klaus Schuster, Die Nationalgalerie, Berlin 2001, S. 193), basierend auf linear-geometrischen Grundformen wie Zylinder, Kegel, Kubus. Schlemmer, der „Idealist der Form“ (ebd.), suchte nach Symbolwerten, er wollte das Formelhafte herausstellen. So wird der Oberkörper zum Trapez, das Bild aus Diagonalen und Geraden konstruiert und zugleich der organisch beschwingten Form wie beispielsweise der geschweiften Stuhllehne gegenübergestellt. Die androgyne, metaphysische Figur in der Helligkeit ihrer Darstellung und den „ganz lichten Lasuren“ (Oskar Schlemmer. Tagebücher, München 1985, S. 260) ist das Resultat umfänglicher figurativer Studien, Zeichnungen und Lithografien der 1920er-Jahre. Entstanden in engem Zusammenhang mit den Wandbildern (1934 zerstört) für den Brunnenraum im Museum Folkwang in Essen stellt die Einzelfigur einen Kontrapunkt zu den mehrfigurigen Kompositionen dar. Schlemmer vollendete das Gemälde am 12. Februar 1930 in seinem Atelier an der Kunstakademie in Breslau, an der er seit Kurzem als Professor tätig war. 1931 wurde es in Zürich und München ausgestellt, 1932 dann von der Stadt Breslau angekauft und wenig später als „entartete Kunst“ beschlagnahmt. Danach geriet es an den Kunsthändler Bernhard A. Böhmer. Nach dessen Freitod wenige Tage vor dem Ende des Krieges 1945 gelangte das Werk zunächst nach Rostock, bevor es 1949 der Nationalgalerie (Ost) übergeben wurde. | Johanna Yeats
Letzte Aktualisierung: 30.07.2026
Kontakt
Einrichtung:
Neue Nationalgalerie
E-Mail:
nng@smb.spk-berlin.de