Am anderen Morgen
Ident. Nr.: A II 27
ObjID: obj:960012
Kontakt
Einrichtung:
Alte Nationalgalerie
E-Mail:
n/a
Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1912
- Material / Technik
- Öl auf Leinwand
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 105 x 140 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/960012
Objektbeschreibung
1911 reiste Hartig zusammen mit dem Maler Gerhard Gisevius, beide ehemalige Schüler von Eugen Bracht, nach Sylt, um dort die norddeutsche Landschaft und die raue See zu studieren. Die große Sturmflut vom 6. November 1911 überraschte Hartig am Abreisetag. „Nach Tagen starker westlicher Winde“, erinnerte er sich Jahre später, „kam plötzlich der Sturm und die Flut, und in einigen Stunden schlugen die Wellen schon an das Haus. Viel Vieh ertrank, weil es zur Rettung zu spät war. […] In der Nacht stieg das Wasser bis zum Dach, alles verwüstend“ (zit. nach Wieland Barthelmess, Hans Hartig, Fischerhude 1998, S. 88). Dieses Erlebnis unbändiger Naturgewalt verarbeitete der Künstler in einem dreiteiligen Bilderzyklus, den er auf der „Großen Berliner Kunstausstellung“ 1912 zeigte. Sein Schlussbild, „Am andern Morgen“, wurde für die Sammlung der Nationalgalerie erworben; der Verbleib der anderen beiden Kompositionen des Zyklus, „Sturmwarnung (Vorabend)“ und „Der 6. November“, ist unbekannt. Das Gemälde der Nationalgalerie zeigt in breitem Pinselstrich den Morgen nach der Sturmnacht: Vor der stimmungsvoll eingefangenen, sturmgebeutelten Landschaft, den dicht gedrängten Wolkenmassen, durch die sich die ersten Sonnenstrahlen brechen, zeichnet sich eine symbolhafte Frauengestalt ab. Als moderne Allegorie der Hoffnung steht sie mit einer roten Blume in der Hand einsam auf einem hölzernen Pfahl und blickt zu einer Gruppe von reetgedeckten Häusern hinüber, die noch immer in den Fluten des Meeres stehen. | Regina Freyberger
Letzte Aktualisierung: 19.12.2025
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Alte Nationalgalerie
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