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Tetraeder-Subtraktion

Ident. Nr.: NG 11/90

ObjID: obj:960162

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Alf Lechner (1925 - 2017),
Künstler*in
Datierung
1987
Weitere Titel
Sammlungstitel: Tetraeder-Subtraktion
Übersetzung: Tetrahedron-Subtraction
Material / Technik
Stahl
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 372 x 394 x 446 cm
Erwerbung
1990 Ankauf vom Künstler, Geretsried

Objektbeschreibung

Viele Bildhauer stellten sich seit den 1970er-Jahren radikal der traditionell vertikal orientierten Skulptur entgegen, indem sie Bodenplastiken schufen, um damit jegliche inhaltlichen Assoziationen zu tilgen. Im Unterschied dazu nehmen Lechners „Tetraeder-Subtraktionen“ wieder Konzepte von Stehen und Liegen, Tragen und Lasten auf, ohne sich der Körperhaftigkeit von Skulptur zu ergeben. An Prinzipien der Konkreten Kunst anknüpfend, die sich der Erkundung von geometrischen bzw. stereometrischen Grundformen verschrieben hatte, schweißte Lechner in seiner „Tetraeder-Substraktion“ drei gleichgroße Vierkantstäbe rechtwinklig aneinander. Die Enden der Träger bilden die Eckpunkte eines Tetraeders. Lechner definiert mit den massiven liegenden bzw. stehenden Vierkantstäben die maximale Ausdehnung von je vier gleichgroßen Dreiecksflächen, die in ihrer räumlichen Zusammenstellung einen gleichförmigen Tetraeder, also eine Pyramide, beschreiben. In der bloßen Assoziation von Fläche, dem Andeuten von Volumina widersetzt sich Lechner der Körperhaftigkeit von Skulptur. Leere gegen Körper, Raum gegen Flächen. Der Künstler führte verschiedene Tetraeder-Subtraktionen zunächst in kleinen Versionen mit rostfreiem Stahl aus (vgl. WVZ Honisch 1977, 388), um sie sodann in monumentalem Maßstab umzusetzen. | Yvette Deseyve

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson