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Flehende

Ident. Nr.: B I 708

ObjID: obj:960333

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Georg Kolbe (1877 - 1947),
Künstler*in
Datierung
1944
Weitere Titel
Sammlungstitel: Flehende
Übersetzung: Supplicant
Geografische Bezüge
Provenienz
Kulturbund zur demokratischen Erneuerung Deutschlands,
1946
Zeitung "Tägliche Rundschau",
1946–1958
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 44 x 18 x 25 cm
Erwerbung
1958 Schenkung der Redaktion der "Tägliche Rundschau", Berlin (Ost)

Objektbeschreibung

Nachdem sein Berliner Atelierhaus durch Bomben beschädigt worden war, kam Kolbe gegen Ende des Zweiten Weltkriegs in Schlesien unter. Hier modellierte er mehrere Figuren, von denen nur die „Flehende“ erhalten blieb. Der Bildhauer hatte auf eines seiner bevorzugten Sujets zurückgegriffen: die mittelgroße kniende Frauengestalt (vgl. „Klage“, B I 443, und „Kniende“, B III 123). Die gesteigerte Emotionalität dieser Figur entsprach der Stimmung in der Nachkriegszeit. Wegen des kriegsbedingten Verbots von Bronzegüssen wurden 1945 die ersten beiden Exemplare der „Flehenden“ bei Noack in Berlin noch in Zink ausgeführt. Am Ende desselben Jahres konnte in der Berliner Ausstellung des Kulturbundes zur demokratischen Erneuerung Deutschlands eine erste Bronzefigur präsentiert werden. 1946 war sie auch auf der wichtigsten – noch gesamtdeutschen – Nachkriegsausstellung zu sehen, der „Allgemeinen Deutschen Kunstausstellung“ in Dresden. Mit der „Flehenden“ meldete sich Kolbe nach Kriegsende erfolgreich zurück. Circa zehn Figuren wurden noch zu seinen Lebzeiten gegossen; zehn weitere entstanden bis in die frühen 1960er-Jahre. Einige Stücke gelangten in die USA. Zwei Bronzen wurden über den Kulturbund verkauft, darunter das vorliegende Stück. 1946 erwarb es die Zeitung „Tägliche Rundschau“, die es 1958 der Nationalgalerie (Ost) als Geschenk übergab. | Ursel Berger

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz