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Frau mit Rindern

Ident. Nr.: B 44

ObjID: obj:960354

1950 erworben durch das Land Berlin
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Ewald Mataré (1887 - 1965),
Künstler*in
Datierung
1930/1931
Weitere Titel
Sammlungstitel: Frau mit Rindern
Übersetzung: Woman with Cattle
Geografische Bezüge
Provenienz
Erich und Luise Mendelsohn, Berlin,
1931–1933
Galerie Franz, Berlin,
1950
Kauf: Galerie des 20. Jahrhunderts, Berlin (West),
1950–1968
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 177 x 183 cm
Erwerbung
1950 Ankauf von der Galerie Franz, Berlin, durch das Land Berlin für die Galerie des 20. Jahrhunderts (West)

Objektbeschreibung

Um 1929 hatte der Architekt Erich Mendelsohn Mataré mit einem Kunstwerk für seine Villa beauftragt, die er von 1928 bis 1930 gemeinsam mit seiner Frau, der Cellistin Luise Mendelsohn, am Rupenhorn 6 in Berlin nach eigenen Plänen bauen ließ. Mataré fertigte ein fast zwei Meter breites Bronzerelief für das Musikzimmer an, das einen weiblichen Akt mit zwei Rindern zeigt. Darin thematisierte der Künstler die Beziehung zwischen Mensch und Tier. Während er im linken Drittel eine aufrecht stehende weibliche Figur mit nicht ausgearbeitetem Gesicht und ausladenden Hüften darstellte, die in ihrer formalen Reduziertheit wie ein archaisches Symbol, eine Urmutter oder ein Idol wirkt, versammelte er in der rechten Bildhälfte ein stehendes und ein liegendes Rind mit langen Hörnern. Alle drei Figuren ragen über die Reliefplatte hinaus. Sie wirken einerseits isoliert, beziehen sich andererseits jedoch aufeinander, nicht zuletzt in ihrer Symbolik als Zeichen für Vitalität, Kraft und Fruchtbarkeit. In der geradezu formelhaften Darstellung werden Reminiszenzen an prähistorische Felszeichnungen oder religiöse Riten wach. Ende März 1933 flohen Erich und Luise Mendelsohn, die als Juden vom nationalsozialistischen Regime bedroht waren, nach Palästina und England. Während sie einen Großteil ihrer Kunstsammlung mit ins Exil nehmen konnten, musste das Relief von Mataré aufgrund seines Gewichts im Haus zurückbleiben. | Maike Steinkamp

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Un-Quadrat rot

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„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson