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Großes Stillleben mit Spitzendecke

Ident. Nr.: A IV 120

ObjID: obj:960517

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Ernst Hassebrauk (1905 - 1974),
Künstler*in
Datierung
1929
Weitere Titel
Sammlungstitel: Großes Stillleben mit Spitzendecke
Übersetzung: Large Still Life with Lace Tablecloth
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 80 x 115 cm
Erwerbung
1967 Ankauf vom Künstler aus Mitteln des Kulturfonds der DDR

Objektbeschreibung

Im Jahr der Entstehung des „Großen Stilllebens mit Spitzendecke“ wechselte Hassebrauk vom Studium der Kunstgeschichte und Philosophie in Leipzig an die dortige Akademie für graphische Künste und Buchgewerbe, an der er Schüler von Alois Kolb und Willi Geiger wurde. Im selben Jahr fand seine erste Ausstellung statt. Vor diesem Hintergrund erscheint sein frühes Stillleben als eine Art Übung in Komposition, Farbgebung und Tiefenwirkung. Die Betrachter:innen schauen hinab auf einen Tisch, auf dem die Spitzendecke durch variierende Weiß- und Grautöne eine eigene Tiefe erhält. Dadurch stiehlt sie den darauf liegenden Objekten, die durch ihre Verteilung keinen Mittelpunkt bieten, fast die Schau. Blumen, Zuckerdose, Obst, Weinglas und Karaffe überlagern vielmehr einige Stellen im Spitzenmuster. In der rechten Bildhälfte verschwindet das Glas nahezu vor dem Untergrund, während die weiß-grauen Teetassen die Farbe und Struktur ihrer Umgebung aufnehmen. Thematisch knüpft das Bild an Hassebrauks lange bestehendes Interesse für die Tradition der niederländischen Stilllebenmalerei an. | Emily Joyce Evans

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz