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Der Kunsthistoriker Ludwig Thormaehlen

Ident. Nr.: NG 17/67

ObjID: obj:960689

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Igor von Jakimow (1885 - 1962),
Künstler*in
Datierung
1919
Weitere Titel
Sammlungstitel: Der Kunsthistoriker Ludwig Thormaehlen
Übersetzung: The Art Historian Ludwig Thormaehlen
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
1962
Nachlass/Vermächtnis: Louise Jakimow, Fribourg/Schweiz,
1962–1967
Material / Technik
Gips
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 45 x 23 x 30 cm (ohne Sockel)
Erwerbung
1967 Geschenk der Witwe des Künstlers, Louise Jakimow, Fribourg/Schweiz

Objektbeschreibung

Infolge der Oktoberrevolution 1917 hatte der russische Bildhauer und Maler Jakimow den Gutshof seiner Familie verloren und fliehen müssen. Mit seiner Frau Annemarie, der Tochter des Berliner Bildhauers Max Kruse, ließ er sich im November 1918 in Berlin nieder. Er wurde Mitglied der Freien Secession und fertigte Porträtbüsten, unter anderem von dem Kunsthistoriker Ludwig Thormaehlen (1889–1956). Dieser war seit 1909 Mitglied des Kreises um den Dichter Stefan George und seit 1914 in der Nationalgalerie als Assistent des Direktors Ludwig Justi beschäftigt. Neben seiner Museumsarbeit betätigte sich Thormaehlen auch selbst als Bildhauer. Seine Porträtdarstellung durch Jakimow stammt aus jenem Jahr, in dem Thormaehlen eingebunden war in die Einrichtung der Neuen Abteilung der Nationalgalerie im ehemaligen Kronprinzen-Palais Unter den Linden, das am 4. August 1919 eröffnet wurde. Jakimow zeigt Thormaehlen als gut aussehenden Dreißigjährigen mit schmalem Kopf auf langem Hals. Eine Haarsträhne fällt in die Stirn und signalisiert, dass der Porträtierte mit künstlerischem Eigenwillen ausgestattet ist. Jakimow arbeitete ab 1926 als Kunsterzieher an der Odenwaldschule, von 1928 bis 1930 formte er für das in Berlin-Charlottenburg durch Max von Oppenheim privat betriebene Tell-Halaf-Museum die Funde aus den Grabungen im Nordosten Syriens ab, restaurierte und ergänzte sie. | Dieter Scholz

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson