Begegnung mit Bildern
Ident. Nr.: ohne Inv.-Nr.
ObjID: obj:960716
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Neue Nationalgalerie
E-Mail:
nng@smb.spk-berlin.deDetails (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1981
- Material / Technik
- Öl auf Leinwand
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 101 x 80 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/960716
Objektbeschreibung
Nachdem Walter Eisler, Heisigs jüngerer Sohn, 1975 zum Militärdienst eingezogen worden war, besuchte er eines Tages seinen Vater im Atelier. Dem Maler fiel die fatale Ähnlichkeit der Uniform der Nationalen Volksarmee der DDR mit derjenigen der Wehrmacht ins Auge. Heisig beschloss, seinen Sohn durch die Begegnung mit Bildern seines Großvaters aus dem Ersten Weltkrieg und seines Vaters aus dem Zweiten Weltkrieg für die Kontinuität des deutschen Militarismus zu sensibilisieren, die er selbst als Soldat nicht erkannt hatte. Durch die Entscheidung der militärischen Führung der DDR für eine Uniform, die in Farbe und Schnitt an jene aus der Zeit des Nationalsozialismus erinnerte, sollten die verbliebenen Nazis mit dem neuen Staat versöhnt werden. Vor diesem zeitgeschichtlichen Hintergrund lässt Heisig seinen Sohn im Atelier Modell stehen. Mit angespannten Gesichtszügen und weit geöffneten Augen schaut Walter Eisler durch die Betrachtenden hindurch in eine unbestimmte Ferne. Hinter ihm, an die Atelierwand gelehnt, steht die berühmte Schützengrabenszene der Mitteltafel und die Predella mit den schlafenden bzw. toten Soldaten des Kriegstriptychons von Otto Dix von 1929–1932 (Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Albertinum). Vor diese hat sich ein Soldat aus dem Ersten Weltkrieg mit der Nummer 106 auf dem Helm und einer Gasmaske vor dem Gesicht gedrängt und blickt über den Porträtierten hinweg die Betrachtenden an. Rechts davon ist der preußische Soldatentanz von Heisig zu sehen sowie die Szene des rechten Flügels des Triptychons von Dix, die auch als Kreuzabnahme gedeutet worden ist. | Eckhart J. Gillen
Letzte Aktualisierung: 05.06.2026
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Neue Nationalgalerie
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