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Frauenkopf

Ident. Nr.: B III 143

ObjID: obj:960718

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Heinrich Apel (1935 - 2020),
Künstler*in
Datierung
1964/1965
Weitere Titel
Sammlungstitel: Frauenkopf
Übersetzung: Female Head
Material / Technik
Sandstein
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 33 x 24,5 x 8,5 cm
Erwerbung
1973 Ankauf vom Künstler, Magdeburg

Objektbeschreibung

Nach einer Steinmetzausbildung und dem Studium am Institut für künstlerische Werkgestaltung Halle – Burg Giebichenstein bei Gustav Weidanz arbeitete Apel 1959–1972 freischaffend als Bildhauer und Restaurator in Magdeburg. In dieser Zeit entstand sein „Frauenkopf“. Mit den mandelförmigen Augen und der langen, geraden Nase wirkt er archaisch. Die sanfte Neigung des Kopfes strahlt etwas Ruhiges und gleichzeitig Rätselhaftes aus: Wohin schaut die Frau, was hat ihre Aufmerksamkeit geweckt? Früher nannte man diese Arbeit „Kopf einer Grazie“; sie ähnelt Apels „Drei Grazien“, ebenfalls ein Relief in Stein (Datierung und Standort unbekannt, Fotoabzug SMB-ZA Künstlerdokumentation). Ob der Kopf ebenfalls als mythologische oder allegorische Figur gedacht war und ob er oder die „Drei Grazien“ einem bestimmten Ort zugedacht waren, ist nicht bekannt. Apel machte sich vor allem mit seinen Skulpturen im öffentlichen Raum, die sich im Vergleich zum „Frauenkopf“ viel stärker an den künstlerischen und inhaltlichen Vorgaben des Sozialistischen Realismus orientieren, einen Namen. In seinen Skulpturen nimmt er außerdem Bezug auf historische Ereignisse, wie die Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg bzw. im Zweiten Weltkrieg oder den Wiederaufbau nach 1945. Für seine Arbeit wurde Apel offiziell gewürdigt, etwa 1977 mit dem Kunstpreis der DDR und dem Orden Banner der Arbeit, 1980 dann mit dem Nationalpreis der DDR. | Emily Joyce Evans

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson