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Porträt Eduard von Winterstein (II)

Ident. Nr.: B III 53

ObjID: obj:960766

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Theo Balden (1904 - 1995),
Künstler*in
Datierung
1961/1962
Weitere Titel
Sammlungstitel: Porträt Eduard von Winterstein (II)
Übersetzung: Portrait of Eduard von Winterstein (II)
Geografische Bezüge
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 38 x 37 x 37 cm
Erwerbung
1968 Überweisung durch den Kulturfonds der DDR

Objektbeschreibung

Nach dem Tod des in der DDR hoch angesehenen Schauspielers Eduard von Winterstein (1871–1961) fertigte Balden 1961/1962 einen Porträtkopf von ihm an. Er gehört zu einer Reihe von Büsten, die der Künstler in dieser Zeit schuf. Der in Österreich als Eduard Clemens Franz Freiherr von Wangenheim geborene Winterstein hatte früh zur Schauspielerei gefunden. Bereits ab 1895 war er nach einigen kleineren Engagements an verschiedenen Theatern in Berlin tätig und spielte ab den 1910er-Jahren auch in zahlreichen Filmen mit. Während der Zeit des Nationalsozialismus konnte Winterstein seine Bühnen- und Filmkarriere bruchlos fortsetzen. Nach 1945 entschied er sich für das Leben in Ost-Berlin, wo er unter anderem an seinen früheren Wirkungsstätten, dem Deutschen Theater und der Berliner Volksbühne, spielte. Zu seinen größten Erfolgen der Nachkriegszeit gehörten die Titelrollen in Gotthold Ephraim Lessings „Nathan der Weise“ und Johann Wolfgang von Goethes „Faust“. Auch in DEFA-Filmen war er präsent, zum Beispiel in dem Antifaschismus-Drama „Die Sonnenbrucks“ (1951, Regie: Georg C. Klaren) oder in dem Science-Fiction-Film „Der schweigende Stern (1960, Regie: Kurt Maetzig), seine letzte Rolle. Balden schuf ein ausdrucksstarkes, expressives Porträt des gealterten Stars. | Maike Steinkamp

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz

Bauer, Weihwasser nehmend

Bauer, Weihwasser nehmend

Den Türrahmen fast vollständig ausfüllend, mit schweren Pantinen und großem Hut bekleidet, tritt ein Bauer auf dem in dunklen, erdigen Farben gehaltenen Gemälde von Egger-Lienz über die Schwelle einer einfachen Holzstube. Dabei taucht er seine Hand in ein Weihwasserbecken neben der Tür, ein durchaus übliches Ritual der Reinigung in katholischen Privathaushalten zur Entstehungszeit des Bildes. Ebenso wie dieses Spätwerk des Künstlers ist das gesamte Œuvre des Malers, der an der Münchner Akademie der bildenden Künste studiert hatte, von einer religiös gefärbten, realistischen und gleichsam idealisierenden Darstellung der bäuerlichen Alltagswelt geprägt. Die Formensprache ist dabei auf das Wesentliche reduziert. 1909 schrieb der damals im österreichischen Exil lebende Leo Trotzki anlässlich einer Ausstellung der Wiener Secession über Egger-Lienz’ Arbeiten: „Bei Egger gibt es nichts Überflüssiges. Er hält sich keinen Augenblick bei Einzelheiten auf. Die Farben sind ohne Nuancen, die Schatten der Gestalten nur schematisch angedeutet“ (Leo Trotzki, Die Wiener Secession, in: ders., Literatur und Revolution, Essen 1994, S. 478). Der Künstler selbst sagte über sich: „Ich male keine Bauern, sondern ‚Formen‘, so scheint es mir“ (Brief an O. Kunz, 12.5.1924, zit. nach Wilfried Kirschl, Albin Egger-Lienz, Wien 1977, S. 436). Wahrgenommen wird Egger-Lienz’ Werk dennoch vor allem durch das dominierende Sujet des Bauern und einfachen Mannes, das letztlich auch die konservative, teils nationalistische Rezeption seiner Arbeit bestimmt hat. | Maike Steinkamp