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Konkretes Relief

Ident. Nr.: FNG 3/79

ObjID: obj:960779

Erworben durch die Freunde der Nationalgalerie
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Hans Arp (1886 - 1966),
Künstler*in
Datierung
1916/1917
Weitere Titel
Sammlungstitel: Konkretes Relief
Originaltitel: Relief concret
Übersetzung: Concrete Relief
Provenienz
Schenkung: Sammlung Hannah Höch, Berlin,
um 1923 - 1978
Nachlass/Vermächtnis: Nachlass Hannah Höch,
1978–1979
Material / Technik
Holz, polychrom gefasst
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 41,2 x 60,6 x 12 cm
Erwerbung
1979 Ankauf aus dem Nachlass Hannah Höch, Berlin (West), durch den Verein der Freunde der Nationalgalerie

Objektbeschreibung

Arps Werk ist durch eine große künstlerische Vielfalt geprägt. So war er zeit seines Lebens nicht nur Maler und Bildhauer, sondern auch Dichter. In allen Medien – den Collagen, Reliefs, Skulpturen und Gedichten – benutzte der Künstler ein reduziertes Formenvokabular, welches er in immer neue Gestalt- und Sinnzusammenhänge stellte. So war es auch bei seinen Holzreliefs, die seit der Dada-Zeit entstanden. Ebenso wie die meisten anderen Reliefs aus jenen Jahren hat das „Konkrete Relief“ eine unregelmäßige Grundplatte, auf der weitere, in unterschiedlichen Farben und Größen ausgeschnittene Holzstücke in mehreren Schichten übereinandermontiert sind. Es ist ein Spiel der Formentstehung und -auflösung, wobei Arp vor allem um das Zusammenwirken einzelner oder sich verbindender Formen und ihr Verhältnis zueinander bemüht war. Es ging ihm um die Herausarbeitung autonomer Formen, die nicht von einem äußeren Abbild abstrahieren, sondern sich diesem entziehen. Für ihn war das „konkrete“ Kunst. In einer seiner bekanntesten Aussagen heißt es dazu: „Wir wollen nicht die Natur nachahmen. Wir wollen nicht abbilden, wir wollen bilden. Wir wollen bilden, wie die Pflanze ihre Frucht bildet, und nicht abbilden. Wir wollen unmittelbar und nicht mittelbar bilden. Da keine Spur von Abstraktion in dieser Kunst vorliegt, nennen wir sie konkrete Kunst“ (Hans Arp, Konkrete Kunst, in: ders., Unsern täglichen Traum, Zürich 1955, S. 79). | Maike Steinkamp

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson