Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- vor 1927
- Geografische Bezüge
- Provenienz
- Kauf: Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung für die Nationalgalerie,
1927 - um 1938Schrottlager der tschechoslowakischen Militärmission, Berlin Osthafen,
393443Magistrat von Groß-Berlin, Amt Museen und Sammlungen, Referat Rückführungen,
5.11.1949 - Material / Technik
- Bronze
- Abmessungen
- Höhe x Breite x Tiefe: 42,5 x 17 x 25,5 cm (inkl. Sockel)
- Erwerbung
- 1927 Ankauf vom Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung aus der Juryfreien Kunstausstellung für die Nationalgalerie
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/960853
Objektbeschreibung
1927 kaufte das preußische Kultusministerium den
fast lebensgroßen Kopf an und stellte ihn später in seinem Zeichensaal auf. Die Ausarbeitung zeigt eine stereotype Sichtweise: Die üppigen
Lippen der Figur ragen im Profil über das Kinn hinaus; die Nase ist breit und
flach gestaltet unter schmalen Augen und einer fliehenden Stirn. 1927 wurde der
Kopf mit ähnlichen, heute verschollenen Plastiken der Künstlerin in der Berliner
„Juryfreien Kunstschau“ ausgestellt. Welches Interesse Wolff mit ihnen verfolgte,
ist nicht überliefert. Über eine Reise der Künstlerin nach Westafrika oder eine Begegnung mit Menschen afrikanischer Herkunft gibt es keine Information. Auch über die Malerin und Bildhauerin selbst ist wenig
bekannt. Sie war mit Käthe Kollwitz befreundet, lebte vor dem Ersten Weltkrieg
in Paris und stellte mit der Berliner Secession aus. 1932 versuchte Kollwitz,
mehrere Arbeiten Wolffs an die Nationalgalerie zu vermitteln. Sie wurden
abgelehnt mit der Begründung: „Die Werke der Bildhauerin scheinen für die
Galerie nicht wichtig genug“ (Beratungen des Sachverständigen-Ausschusses der
National-Galerie am 29.8.1932, Abschrift, S. 5, SMB-ZA, I/NG 476, Bl. 485). Wegen
ihrer jüdischen Wurzeln wurde Wolff nach der nationalsozialistischen
Machtübernahme aus dem Verein der Berliner Künstlerinnen ausgeschlossen. Der schlechte
Zustand des Kopfes ist vermutlich auf den Zweiten Weltkrieg zurückzuführen: Er
wurde nach Kriegsende auf einem Schrottplatz geborgen und später der
Nationalgalerie übergeben. Es ist wohl die 1927 angekaufte Skulptur, doch der
Zeitpunkt ihrer Entfernung aus dem Ministerium bleibt ungewiss. | Emily Joyce
Evans
Letzte Aktualisierung: 30.07.2026
Kontakt
Einrichtung:
Neue Nationalgalerie
E-Mail:
nng@smb.spk-berlin.de