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Modell für Relief (Kreuzberg)

Ident. Nr.: NG 10/75

ObjID: obj:961072

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Eduardo Paolozzi (1924 - 2005),
Künstler*in
Datierung
1974
Weitere Titel
Sammlungstitel: Modell für Relief (Kreuzberg)
Übersetzung: Model for a Relief (Kreuzberg)
Geografische Bezüge
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
1974–1975
Material / Technik
Gips, gewachst
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 360 x 109 x 19 cm
Erwerbung
1975 Schenkung des Künstlers anlässlich seiner Ausstellung in der Neuen Nationalgalerie

Objektbeschreibung

Sein Jahr in Berlin als DAAD-Stipendiat 1974–1975 bezeichnete Paolozzi rückblickend als die fruchtbarste und freieste Zeit seines Lebens. Er lebte in einem über 300 qm großen Atelier, einer alten Werkhalle im zweiten Stock eines Hinterhauses am Kottbusser Damm in Kreuzberg. Hier entwickelte er die Werkgruppe der teilweise für den Stadtraum entworfenen, abstrakten Maschinen-Reliefs weiter, deren Formensprache eng mit seinen zeitgleich entstandenen Druckgrafik-Serien zu musikalischen Themen verbunden ist. Als Inspirationsquelle für die Serie diente ein Gemälde aus den 1920er-Jahren von Hugo Meier-Thur, das Paolozzi beim Stöbern auf Flohmärkten und in Antiquariaten als Reproduktion in der Zeitschrift „Kosmos. Handweiser für Naturfreunde“ von 1927 entdeckt hatte. Dieses Gemälde zeigt ein dichtes Gebilde zusammenhängender, auf- und absteigender, dicker und dünner Röhren, womit es Assoziationen an das Orgelinstrument und Orgelmusik weckt. Paolozzi überführte dieses Motiv in eine abstrahierte, ornamental anmutende Komposition, die sowohl intuitiv als auch mathematisch angeordnet erscheint. Zwei der großen Reliefs betitelte er „Kreuzberg“. Sie wurden mit anderen Reliefs dieser Werkgruppe 1975 in Paolozzis Einzelausstellung in der Neuen Nationalgalerie gezeigt. Heute befinden sie sich in der Scottish National Gallery of Modern Art in Edinburgh. Anlässlich seiner Ausstellung schenkte Paolozzi das in Bronzeoptik schwarz gewachste Gipsmodell eines der Reliefs der Neuen Nationalgalerie, wo es bis 2014 gegenüber dem Museumscafé hing. | Uta Caspary

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Aufstehendes Pferd

Aufstehendes Pferd

Das ehemals im Besitz des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Berlin befindliche „Aufstehende Pferd“ aus lebhaft strukturiertem rot-schwarzen Lahnmarmor steht exemplarisch für Graevenitz’ Schaffen, dessen künstlerisch erfolgreichste Phase in die Zeit des Nationalsozialismus fiel. Ab 1937 leitete er die Bildhauerklasse sowie – mit einigen Unterbrechungen aus gesundheitlichen Gründen – vom selben Jahr bis 1945 die Kunstakademie in Stuttgart als Direktor. Beim vorliegenden Werk hat von Graevenitz offenbar das Zugleich von noch ruhendem Pferdekörper und sich bereits in Bewegung setzenden Vorderbeinen samt sich aufbäumendem Kopf bildhauerisch gereizt, variierte er das Thema doch mehrfach: so etwa in der monumentalen Travertinskulptur „Aufstehendes Pferd“ von 1934/1935 für den Garten des Robert-Bosch-Krankenhauses Stuttgart oder in seinem 1934 möglicherweise im Zusammenhang mit der Ausgestaltung des Berliner Olympiageländes entstandenen Entwurf „Pferd in Wellen“ (Verbleib unbekannt). Das heute als Dauerleihgabe in der Stiftung Fritz von Graevenitz in Solitude bei Stuttgart befindliche „Aufstehende Pferd“ aus dem Bestand der Nationalgalerie war von Graevenitz’ bildhauerischer Beitrag auf der „Großen Deutschen Kunstausstellung“ 1937 im Münchner Haus der Deutschen Kunst; es wurde 1938 auch unter dem Titel „Leżący koń“ (Liegendes Pferd) auf der Propagandaschau „Deutsche Bildhauer der Gegenwart“ in Warschau und Krakau gezeigt. | Yvette Deseyve

Un-Quadrat rot

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„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson