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Parade auf dem Opernplatz in Berlin

Ident. Nr.: A II 648

ObjID: obj:961088

Details (Expert)

Beteiligte
Franz Krüger (1797 - 1857),
Maler*in
Datierung
1824-1830
Provenienz
Kauf: Zar Nikolaus von Rußland,
1831–1906
Schenkung: Besitz der Krone,
1906 - 1926/27
im Zuge der Vermögensauseinandersetzung dem vormals regierenden Königshaus zugesprochen,
1926
Kauf: Preußischer Staat,
1926/27
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 249 x 374 cm

Objektbeschreibung

Im Herbst 1818 zeigte der 21jährige Franz Krüger auf der Berliner Akademieausstellung »preußische Militär-Scenen« sowie mehrere »Jagdscenen« (Verzeichnis derjenigen Kunstwerke, welche von der königlichen Akademie der Künste ausgestellt sind, Ausst.-Kat., Berlin 1818, S. 19, Kat.-Nr. 138–142). Damit hatte er bereits jenen Themenkreis gefunden, der ihn sein Leben lang beschäftigen sollte. Des Künstlers Begabung war beim Zeichnen in den königlichen Marställen entdeckt und alsbald von höchster Stelle gefördert worden. Seit 1820 mehrten sich die Aufträge vom Hof, vor allem für Reiterbildnisse. Krüger wurde zum Hofmaler und Akademieprofessor ernannt. 1824 bestellte der russische Zar Nikolaus I., der Schwiegersohn des Königs von Preußen, beim Künstler das Gemälde »Parade auf dem Opernplatz«. Nach seiner Fertigstellung hing das Werk zunächst im Petersburger Winterpalais. Kurz vor dem Ersten Weltkrieg kam das Bild als Geschenk des Zaren an den Kaiser nach Berlin zurück und fand im Schloß seinen Platz. 1928 gelangte es in den Besitz der Nationalgalerie.
Schauplatz ist die ›via triumphalis‹ der preußischen Hauptstadt, die Straße Unter den Linden, auf der eine Parade des sechsten Brandenburgischen Kürassier-Regiments stattfindet, das der Großfürst und spätere Zar Nikolaus I. anführt. Man sieht ihn an der Spitze seiner Truppen auf König Friedrich Wilhelm III. zureiten. Die Hand grüßend am Federhut steht dieser hoch zu Roß gegenüber der Neuen Wache. Entgegen den konventionellen Kompositionshierarchien des Ereignisbildes hat der Maler den Monarchen an den Rand des Ereignisses gerückt. Weder die fürstlichen Hauptpersonen noch die Parade selbst erregen vorrangig die Aufmerksamkeit des Betrachters. Es sind die Repräsentanten des Berliner Bürgertums, die den Straßenraum im Vordergrund vor dem Kastanienwäldchen zwischen Zeughaus und Schinkels Neuer Wache zur Freiluftbühne bürgerlicher Selbstdarstellung werden lassen. Hier drängen sich die »bekanntesten Personen Berlins, ohne Unterschied des Standes: Professoren, Künstler, Beamte, Schauspielerinnen, Schauspieler, Staatsmänner, Militairpersonen, die täglichen Besucher der Kaffeehäuser und öffentlichen Spaziergänge, die bekanntesten Gaffer« (A. von Raczyński, Geschichte der neueren deutschen Kunst, Bd. 3, Berlin 1841, S. 117). Mit Sympathie hat Krüger viele seiner Zeitgenossen porträtgetreu erfaßt, darunter Berühmtheiten wie die Bildhauer Schadow und Rauch, den Baumeister Schinkel, die Sängerin Henriette Sonntag und den Geiger Paganini. Auch einfache Leute und Volkstypen sind dargestellt. Vor allem der Figur des Schusterjungen widmete der Künstler große Aufmerksamkeit. »Franz Krüger führt die sachliche Malerei zur Höhe«, schrieb Ludwig Justi, der sich maßgeblich um die Erwerbung dieses Gemäldes bemüht hatte. Für ihn war Krügers Malerei »ein froh-lebendiges Schauen und meisterlich-frisches Wiedergeben der Wirklichkeit« (L. Justi, Von Runge bis Thoma, Berlin 1932, S. 101). Eine spätere Variante von 1839 befindet sich im Besitz der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, Potsdam. | Birgit Verwiebe

Letzte Aktualisierung: 19.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Alte Nationalgalerie

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Weitere Objekte aus den Sammlungen

Am anderen Morgen

Am anderen Morgen

1911 reiste Hartig zusammen mit dem Maler Gerhard Gisevius, beide ehemalige Schüler von Eugen Bracht, nach Sylt, um dort die norddeutsche Landschaft und die raue See zu studieren. Die große Sturmflut vom 6. November 1911 überraschte Hartig am Abreisetag. „Nach Tagen starker westlicher Winde“, erinnerte er sich Jahre später, „kam plötzlich der Sturm und die Flut, und in einigen Stunden schlugen die Wellen schon an das Haus. Viel Vieh ertrank, weil es zur Rettung zu spät war. […] In der Nacht stieg das Wasser bis zum Dach, alles verwüstend“ (zit. nach Wieland Barthelmess, Hans Hartig, Fischerhude 1998, S. 88). Dieses Erlebnis unbändiger Naturgewalt verarbeitete der Künstler in einem dreiteiligen Bilderzyklus, den er auf der „Großen Berliner Kunstausstellung“ 1912 zeigte. Sein Schlussbild, „Am andern Morgen“, wurde für die Sammlung der Nationalgalerie erworben; der Verbleib der anderen beiden Kompositionen des Zyklus, „Sturmwarnung (Vorabend)“ und „Der 6. November“, ist unbekannt. Das Gemälde der Nationalgalerie zeigt in breitem Pinselstrich den Morgen nach der Sturmnacht: Vor der stimmungsvoll eingefangenen, sturmgebeutelten Landschaft, den dicht gedrängten Wolkenmassen, durch die sich die ersten Sonnenstrahlen brechen, zeichnet sich eine symbolhafte Frauengestalt ab. Als moderne Allegorie der Hoffnung steht sie mit einer roten Blume in der Hand einsam auf einem hölzernen Pfahl und blickt zu einer Gruppe von reetgedeckten Häusern hinüber, die noch immer in den Fluten des Meeres stehen. | Regina Freyberger

Das Opfer Isaaks (oben). Abrahams Klage um Sarah (unten). Aus dem Zyklus "Zwölf biblische Landschaften mit der Geschichte Abrahams"

Das Opfer Isaaks (oben). Abrahams Klage um Sarah (unten). Aus dem Zyklus "Zwölf biblische Landschaften mit der Geschichte Abrahams"

Ganze Zyklen biblischer Landschaften sind das Hauptthema Schirmers in seinen letzten Lebensjahren, der Zeit seiner Lehrtätigkeit in Karlsruhe. 1855 und 1856 entstanden zunächst 26 Kohlezeichnungen mit alttestamentarischen Szenen vom Paradies bis zum Begräbnis Abrahams (Staatliche Kunsthalle Karlsruhe). Sie wurden in vielen größeren Städten Deutschlands mit Erfolg gezeigt. In einer zweiten Ausführung setzte er die Zeichnungen in Ölskizzen um (Museum Kunstpalast, Düsseldorf; Museum Georg Schäfer, Schweinfurt). Von 1859 bis Mai 1861 – das sechste Bild wurde erst 1862 vollendet – entstand sodann der in Ölmalerei ausgeführte Zyklus, der sich heute in der Nationalgalerie befindet. Schirmer widmete ihn allein der Geschichte Abrahams, in zwölf Bildern zu sechs Tafeln gerahmt. Dieser Zyklus wiederum wurde durch zwei Reihen von Ölskizzen kleineren Formats vorbereitet: einer aus elf Doppelbildern bestehend (Privatbesitz), der zweite aus neun Einheiten mit je einem kleinen Breitformat über und unter dem Hauptbild, also mit 27 Bildern im Ganzen (verschollen). Daneben entstanden zahlreiche Einzelstudien. In allen biblischen Zyklen Schirmers dominiert die Landschaft. »Die Staffage bietet nur das Motiv, das von der landschaftlichen Darstellung aufgenommen und künstlerisch durchgebildet wird, sie ist gewissermaßen der Text zur Melodie« (K. Schnaase, zit. nach: K. Zimmermann, Johann Wilhelm Schirmer, Saalfeld 1920, S. 45). Sinnbildhafte Beziehungen zwischen Landschaft und Begebenheit sind durch Art der Landschaft, Tageszeit, Stimmung sowie Lichtführung gegeben. Die Landschaften haben keinen einheitlichen geographischen Charakter, sie sind aus Eindrücken Italiens, Deutschlands, der Schweiz und Südfrankreichs zusammengesetzt. So hat Schirmer für den Hintergrund der »Vertreibung der Hagar« (Inv.-Nr. A I 7, oben) eine Skizze von der Italienreise 1840 mit Blick in den Park der Villa Borghese verwandt (Museum Kunstpalast, Düsseldorf). Auch für die Staffage griff Schirmer auf Vorbilder zurück. Einzelne Figuren und ganze Szenen entnahm er der zwischen 1852 und 1860 erstmals erschienenen »Bibel in Bildern« von Julius Schnorr von Carolsfeld (Inv.-Nr. A I 5, 7, 9, 10, jeweils oben), weil dessen »Darstellungen biblischer Handlungen, das tiefe kindliche Gemüt, alle anderen Erscheinungen dieser Art übertrifft« (Schirmer an Schnaase, zit. nach: ebd., S. 46). Für andere Figurengruppen waren die Loggien Raffaels in Rom Vorbild (Inv.-Nr. A I 5 und 6, jeweils unten). In der Art der Motivübernahme und in der Kombination von Landschaftsmalerei und Historiendarstellung in einem Zyklus besteht eine Beziehung zu Friedrich Preller (dem Älteren) und dessen »Odyssee«-Zyklen (vgl. z. B. die Fresken im Neuen Museum Weimar). Carl Schnaase bemängelte die Form des Doppelbildes, die eine innere Zusammengehörigkeit von Haupt- und Staffelbild erwarten ließe, wo doch nur ein zeitliches Nacheinander gemeint sei; als Entgegnung verwies Schirmer auf sein ursprüngliches Vorhaben, den Bildern angemessene Arabesken- und Ornamentfelder zur Gliederung beizugeben (vgl. ebd., S. 45 ff.).Der vorliegende Zyklus wurde erstmals 1861 in Köln ausgestellt – noch ohne das Doppelbild »Abrahams Bitte für Sodom« und »Die Flucht Lots« (Inv.-Nr. A I 6) – und wanderte dann durch die meisten großen Städte Deutschlands und Österreichs. In der Nationalgalerie fand er später Aufstellung in dem apsisartigen Raum an der Stirnwand des zweiten Corneliussaales, wie noch auf alten Fotos erkennbar. | Angelika Wesenberg

Rettung und Verheißung (oben). Abrahams und Isaaks Gang zum Opfer (unten). Aus dem Zyklus "Zwölf biblische Landschaften mit der Geschichte Abrahams"

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Ganze Zyklen biblischer Landschaften sind das Hauptthema Schirmers in seinen letzten Lebensjahren, der Zeit seiner Lehrtätigkeit in Karlsruhe. 1855 und 1856 entstanden zunächst 26 Kohlezeichnungen mit alttestamentarischen Szenen vom Paradies bis zum Begräbnis Abrahams (Staatliche Kunsthalle Karlsruhe). Sie wurden in vielen größeren Städten Deutschlands mit Erfolg gezeigt. In einer zweiten Ausführung setzte er die Zeichnungen in Ölskizzen um (Museum Kunstpalast, Düsseldorf; Museum Georg Schäfer, Schweinfurt). Von 1859 bis Mai 1861 – das sechste Bild wurde erst 1862 vollendet – entstand sodann der in Ölmalerei ausgeführte Zyklus, der sich heute in der Nationalgalerie befindet. Schirmer widmete ihn allein der Geschichte Abrahams, in zwölf Bildern zu sechs Tafeln gerahmt. Dieser Zyklus wiederum wurde durch zwei Reihen von Ölskizzen kleineren Formats vorbereitet: einer aus elf Doppelbildern bestehend (Privatbesitz), der zweite aus neun Einheiten mit je einem kleinen Breitformat über und unter dem Hauptbild, also mit 27 Bildern im Ganzen (verschollen). Daneben entstanden zahlreiche Einzelstudien. In allen biblischen Zyklen Schirmers dominiert die Landschaft. »Die Staffage bietet nur das Motiv, das von der landschaftlichen Darstellung aufgenommen und künstlerisch durchgebildet wird, sie ist gewissermaßen der Text zur Melodie« (K. Schnaase, zit. nach: K. Zimmermann, Johann Wilhelm Schirmer, Saalfeld 1920, S. 45). Sinnbildhafte Beziehungen zwischen Landschaft und Begebenheit sind durch Art der Landschaft, Tageszeit, Stimmung sowie Lichtführung gegeben. Die Landschaften haben keinen einheitlichen geographischen Charakter, sie sind aus Eindrücken Italiens, Deutschlands, der Schweiz und Südfrankreichs zusammengesetzt. So hat Schirmer für den Hintergrund der »Vertreibung der Hagar« (Inv.-Nr. A I 7, oben) eine Skizze von der Italienreise 1840 mit Blick in den Park der Villa Borghese verwandt (Museum Kunstpalast, Düsseldorf). Auch für die Staffage griff Schirmer auf Vorbilder zurück. Einzelne Figuren und ganze Szenen entnahm er der zwischen 1852 und 1860 erstmals erschienenen »Bibel in Bildern« von Julius Schnorr von Carolsfeld (Inv.-Nr. A I 5, 7, 9, 10, jeweils oben), weil dessen »Darstellungen biblischer Handlungen, das tiefe kindliche Gemüt, alle anderen Erscheinungen dieser Art übertrifft« (Schirmer an Schnaase, zit. nach: ebd., S. 46). Für andere Figurengruppen waren die Loggien Raffaels in Rom Vorbild (Inv.-Nr. A I 5 und 6, jeweils unten). In der Art der Motivübernahme und in der Kombination von Landschaftsmalerei und Historiendarstellung in einem Zyklus besteht eine Beziehung zu Friedrich Preller (dem Älteren) und dessen »Odyssee«-Zyklen (vgl. z. B. die Fresken im Neuen Museum Weimar). Carl Schnaase bemängelte die Form des Doppelbildes, die eine innere Zusammengehörigkeit von Haupt- und Staffelbild erwarten ließe, wo doch nur ein zeitliches Nacheinander gemeint sei; als Entgegnung verwies Schirmer auf sein ursprüngliches Vorhaben, den Bildern angemessene Arabesken- und Ornamentfelder zur Gliederung beizugeben (vgl. ebd., S. 45 ff.).Der vorliegende Zyklus wurde erstmals 1861 in Köln ausgestellt – noch ohne das Doppelbild »Abrahams Bitte für Sodom« und »Die Flucht Lots« (Inv.-Nr. A I 6) – und wanderte dann durch die meisten großen Städte Deutschlands und Österreichs. In der Nationalgalerie fand er später Aufstellung in dem apsisartigen Raum an der Stirnwand des zweiten Corneliussaales, wie noch auf alten Fotos erkennbar. | Angelika Wesenberg

Vertreibung der Hagar (oben). Hagar in der Wüste (unten). Aus dem Zyklus "Zwölf biblische Landschaften mit der Geschichte Abrahams"

Vertreibung der Hagar (oben). Hagar in der Wüste (unten). Aus dem Zyklus "Zwölf biblische Landschaften mit der Geschichte Abrahams"

Ganze Zyklen biblischer Landschaften sind das Hauptthema Schirmers in seinen letzten Lebensjahren, der Zeit seiner Lehrtätigkeit in Karlsruhe. 1855 und 1856 entstanden zunächst 26 Kohlezeichnungen mit alttestamentarischen Szenen vom Paradies bis zum Begräbnis Abrahams (Staatliche Kunsthalle Karlsruhe). Sie wurden in vielen größeren Städten Deutschlands mit Erfolg gezeigt. In einer zweiten Ausführung setzte er die Zeichnungen in Ölskizzen um (Museum Kunstpalast, Düsseldorf; Museum Georg Schäfer, Schweinfurt). Von 1859 bis Mai 1861 – das sechste Bild wurde erst 1862 vollendet – entstand sodann der in Ölmalerei ausgeführte Zyklus, der sich heute in der Nationalgalerie befindet. Schirmer widmete ihn allein der Geschichte Abrahams, in zwölf Bildern zu sechs Tafeln gerahmt. Dieser Zyklus wiederum wurde durch zwei Reihen von Ölskizzen kleineren Formats vorbereitet: einer aus elf Doppelbildern bestehend (Privatbesitz), der zweite aus neun Einheiten mit je einem kleinen Breitformat über und unter dem Hauptbild, also mit 27 Bildern im Ganzen (verschollen). Daneben entstanden zahlreiche Einzelstudien. In allen biblischen Zyklen Schirmers dominiert die Landschaft. »Die Staffage bietet nur das Motiv, das von der landschaftlichen Darstellung aufgenommen und künstlerisch durchgebildet wird, sie ist gewissermaßen der Text zur Melodie« (K. Schnaase, zit. nach: K. Zimmermann, Johann Wilhelm Schirmer, Saalfeld 1920, S. 45). Sinnbildhafte Beziehungen zwischen Landschaft und Begebenheit sind durch Art der Landschaft, Tageszeit, Stimmung sowie Lichtführung gegeben. Die Landschaften haben keinen einheitlichen geographischen Charakter, sie sind aus Eindrücken Italiens, Deutschlands, der Schweiz und Südfrankreichs zusammengesetzt. So hat Schirmer für den Hintergrund der »Vertreibung der Hagar« (Inv.-Nr. A I 7, oben) eine Skizze von der Italienreise 1840 mit Blick in den Park der Villa Borghese verwandt (Museum Kunstpalast, Düsseldorf). Auch für die Staffage griff Schirmer auf Vorbilder zurück. Einzelne Figuren und ganze Szenen entnahm er der zwischen 1852 und 1860 erstmals erschienenen »Bibel in Bildern« von Julius Schnorr von Carolsfeld (Inv.-Nr. A I 5, 7, 9, 10, jeweils oben), weil dessen »Darstellungen biblischer Handlungen, das tiefe kindliche Gemüt, alle anderen Erscheinungen dieser Art übertrifft« (Schirmer an Schnaase, zit. nach: ebd., S. 46). Für andere Figurengruppen waren die Loggien Raffaels in Rom Vorbild (Inv.-Nr. A I 5 und 6, jeweils unten). In der Art der Motivübernahme und in der Kombination von Landschaftsmalerei und Historiendarstellung in einem Zyklus besteht eine Beziehung zu Friedrich Preller (dem Älteren) und dessen »Odyssee«-Zyklen (vgl. z. B. die Fresken im Neuen Museum Weimar). Carl Schnaase bemängelte die Form des Doppelbildes, die eine innere Zusammengehörigkeit von Haupt- und Staffelbild erwarten ließe, wo doch nur ein zeitliches Nacheinander gemeint sei; als Entgegnung verwies Schirmer auf sein ursprüngliches Vorhaben, den Bildern angemessene Arabesken- und Ornamentfelder zur Gliederung beizugeben (vgl. ebd., S. 45 ff.).Der vorliegende Zyklus wurde erstmals 1861 in Köln ausgestellt – noch ohne das Doppelbild »Abrahams Bitte für Sodom« und »Die Flucht Lots« (Inv.-Nr. A I 6) – und wanderte dann durch die meisten großen Städte Deutschlands und Österreichs. In der Nationalgalerie fand er später Aufstellung in dem apsisartigen Raum an der Stirnwand des zweiten Corneliussaales, wie noch auf alten Fotos erkennbar. | Angelika Wesenberg

Abrahams Bitte für Sodom (oben). Die Flucht Lots (unten). Aus dem Zyklus "Zwölf biblische Landschaften mit der Geschichte Abrahams"

Abrahams Bitte für Sodom (oben). Die Flucht Lots (unten). Aus dem Zyklus "Zwölf biblische Landschaften mit der Geschichte Abrahams"

Ganze Zyklen biblischer Landschaften sind das Hauptthema Schirmers in seinen letzten Lebensjahren, der Zeit seiner Lehrtätigkeit in Karlsruhe. 1855 und 1856 entstanden zunächst 26 Kohlezeichnungen mit alttestamentarischen Szenen vom Paradies bis zum Begräbnis Abrahams (Staatliche Kunsthalle Karlsruhe). Sie wurden in vielen größeren Städten Deutschlands mit Erfolg gezeigt. In einer zweiten Ausführung setzte er die Zeichnungen in Ölskizzen um (Museum Kunstpalast, Düsseldorf; Museum Georg Schäfer, Schweinfurt). Von 1859 bis Mai 1861 – das sechste Bild wurde erst 1862 vollendet – entstand sodann der in Ölmalerei ausgeführte Zyklus, der sich heute in der Nationalgalerie befindet. Schirmer widmete ihn allein der Geschichte Abrahams, in zwölf Bildern zu sechs Tafeln gerahmt. Dieser Zyklus wiederum wurde durch zwei Reihen von Ölskizzen kleineren Formats vorbereitet: einer aus elf Doppelbildern bestehend (Privatbesitz), der zweite aus neun Einheiten mit je einem kleinen Breitformat über und unter dem Hauptbild, also mit 27 Bildern im Ganzen (verschollen). Daneben entstanden zahlreiche Einzelstudien. In allen biblischen Zyklen Schirmers dominiert die Landschaft. »Die Staffage bietet nur das Motiv, das von der landschaftlichen Darstellung aufgenommen und künstlerisch durchgebildet wird, sie ist gewissermaßen der Text zur Melodie« (K. Schnaase, zit. nach: K. Zimmermann, Johann Wilhelm Schirmer, Saalfeld 1920, S. 45). Sinnbildhafte Beziehungen zwischen Landschaft und Begebenheit sind durch Art der Landschaft, Tageszeit, Stimmung sowie Lichtführung gegeben. Die Landschaften haben keinen einheitlichen geographischen Charakter, sie sind aus Eindrücken Italiens, Deutschlands, der Schweiz und Südfrankreichs zusammengesetzt. So hat Schirmer für den Hintergrund der »Vertreibung der Hagar« (Inv.-Nr. A I 7, oben) eine Skizze von der Italienreise 1840 mit Blick in den Park der Villa Borghese verwandt (Museum Kunstpalast, Düsseldorf). Auch für die Staffage griff Schirmer auf Vorbilder zurück. Einzelne Figuren und ganze Szenen entnahm er der zwischen 1852 und 1860 erstmals erschienenen »Bibel in Bildern« von Julius Schnorr von Carolsfeld (Inv.-Nr. A I 5, 7, 9, 10, jeweils oben), weil dessen »Darstellungen biblischer Handlungen, das tiefe kindliche Gemüt, alle anderen Erscheinungen dieser Art übertrifft« (Schirmer an Schnaase, zit. nach: ebd., S. 46). Für andere Figurengruppen waren die Loggien Raffaels in Rom Vorbild (Inv.-Nr. A I 5 und 6, jeweils unten). In der Art der Motivübernahme und in der Kombination von Landschaftsmalerei und Historiendarstellung in einem Zyklus besteht eine Beziehung zu Friedrich Preller (dem Älteren) und dessen »Odyssee«-Zyklen (vgl. z. B. die Fresken im Neuen Museum Weimar). Carl Schnaase bemängelte die Form des Doppelbildes, die eine innere Zusammengehörigkeit von Haupt- und Staffelbild erwarten ließe, wo doch nur ein zeitliches Nacheinander gemeint sei; als Entgegnung verwies Schirmer auf sein ursprüngliches Vorhaben, den Bildern angemessene Arabesken- und Ornamentfelder zur Gliederung beizugeben (vgl. ebd., S. 45 ff.).Der vorliegende Zyklus wurde erstmals 1861 in Köln ausgestellt – noch ohne das Doppelbild »Abrahams Bitte für Sodom« und »Die Flucht Lots« (Inv.-Nr. A I 6) – und wanderte dann durch die meisten großen Städte Deutschlands und Österreichs. In der Nationalgalerie fand er später Aufstellung in dem apsisartigen Raum an der Stirnwand des zweiten Corneliussaales, wie noch auf alten Fotos erkennbar. | Angelika Wesenberg

Elieser und Rebecca am Brunnen (oben). Begräbnis Abrahams (unten). Aus dem Zyklus "Zwölf biblische Landschaften mit der Geschichte Abrahams"

Elieser und Rebecca am Brunnen (oben). Begräbnis Abrahams (unten). Aus dem Zyklus "Zwölf biblische Landschaften mit der Geschichte Abrahams"

Ganze Zyklen biblischer Landschaften sind das Hauptthema Schirmers in seinen letzten Lebensjahren, der Zeit seiner Lehrtätigkeit in Karlsruhe. 1855 und 1856 entstanden zunächst 26 Kohlezeichnungen mit alttestamentarischen Szenen vom Paradies bis zum Begräbnis Abrahams (Staatliche Kunsthalle Karlsruhe). Sie wurden in vielen größeren Städten Deutschlands mit Erfolg gezeigt. In einer zweiten Ausführung setzte er die Zeichnungen in Ölskizzen um (Museum Kunstpalast, Düsseldorf; Museum Georg Schäfer, Schweinfurt). Von 1859 bis Mai 1861 – das sechste Bild wurde erst 1862 vollendet – entstand sodann der in Ölmalerei ausgeführte Zyklus, der sich heute in der Nationalgalerie befindet. Schirmer widmete ihn allein der Geschichte Abrahams, in zwölf Bildern zu sechs Tafeln gerahmt. Dieser Zyklus wiederum wurde durch zwei Reihen von Ölskizzen kleineren Formats vorbereitet: einer aus elf Doppelbildern bestehend (Privatbesitz), der zweite aus neun Einheiten mit je einem kleinen Breitformat über und unter dem Hauptbild, also mit 27 Bildern im Ganzen (verschollen). Daneben entstanden zahlreiche Einzelstudien. In allen biblischen Zyklen Schirmers dominiert die Landschaft. »Die Staffage bietet nur das Motiv, das von der landschaftlichen Darstellung aufgenommen und künstlerisch durchgebildet wird, sie ist gewissermaßen der Text zur Melodie« (K. Schnaase, zit. nach: K. Zimmermann, Johann Wilhelm Schirmer, Saalfeld 1920, S. 45). Sinnbildhafte Beziehungen zwischen Landschaft und Begebenheit sind durch Art der Landschaft, Tageszeit, Stimmung sowie Lichtführung gegeben. Die Landschaften haben keinen einheitlichen geographischen Charakter, sie sind aus Eindrücken Italiens, Deutschlands, der Schweiz und Südfrankreichs zusammengesetzt. So hat Schirmer für den Hintergrund der »Vertreibung der Hagar« (Inv.-Nr. A I 7, oben) eine Skizze von der Italienreise 1840 mit Blick in den Park der Villa Borghese verwandt (Museum Kunstpalast, Düsseldorf). Auch für die Staffage griff Schirmer auf Vorbilder zurück. Einzelne Figuren und ganze Szenen entnahm er der zwischen 1852 und 1860 erstmals erschienenen »Bibel in Bildern« von Julius Schnorr von Carolsfeld (Inv.-Nr. A I 5, 7, 9, 10, jeweils oben), weil dessen »Darstellungen biblischer Handlungen, das tiefe kindliche Gemüt, alle anderen Erscheinungen dieser Art übertrifft« (Schirmer an Schnaase, zit. nach: ebd., S. 46). Für andere Figurengruppen waren die Loggien Raffaels in Rom Vorbild (Inv.-Nr. A I 5 und 6, jeweils unten). In der Art der Motivübernahme und in der Kombination von Landschaftsmalerei und Historiendarstellung in einem Zyklus besteht eine Beziehung zu Friedrich Preller (dem Älteren) und dessen »Odyssee«-Zyklen (vgl. z. B. die Fresken im Neuen Museum Weimar). Carl Schnaase bemängelte die Form des Doppelbildes, die eine innere Zusammengehörigkeit von Haupt- und Staffelbild erwarten ließe, wo doch nur ein zeitliches Nacheinander gemeint sei; als Entgegnung verwies Schirmer auf sein ursprüngliches Vorhaben, den Bildern angemessene Arabesken- und Ornamentfelder zur Gliederung beizugeben (vgl. ebd., S. 45 ff.).Der vorliegende Zyklus wurde erstmals 1861 in Köln ausgestellt – noch ohne das Doppelbild »Abrahams Bitte für Sodom« und »Die Flucht Lots« (Inv.-Nr. A I 6) – und wanderte dann durch die meisten großen Städte Deutschlands und Österreichs. In der Nationalgalerie fand er später Aufstellung in dem apsisartigen Raum an der Stirnwand des zweiten Corneliussaales, wie noch auf alten Fotos erkennbar. | Angelika Wesenberg

Gotische Kirche auf einem Felsen am Meer

Gotische Kirche auf einem Felsen am Meer

Während seiner ersten Reise nach Italien weilte Karl Friedrich Schinkel 1803 in Istrien, wo er auch den Küstenort Piran besuchte. Dessen am Meer gelegener Dom beeindruckte ihn: »Auf einem Felsen, der von der Stadt aus ins Meer sich streckt, steht der Hauptdom der Stadt und macht mit seinem hohen Turm […] eine herrliche Wirkung« (K. F. Schinkel, Reisen nach Italien, Berlin 1979, S. 38). 1813 begann Schinkel mit »Gotischer Dom am Wasser« (Nationalgalerie, Inv.-Nr. A III 842) eine Reihe von Dom-Bildern; zwei Jahre später entstand »Gotische Kirche auf einem Felsen am Meer«. Dargestellt ist rechts eine Gruppe mittelalterlich gekleideter Herren, die auf einen Hafen zureiten. Soeben passieren sie ein am Wege stehendes gotisches Denkmal, das Schinkel der Hallenser Betsäule von 1455 nachempfand. Vom Meer scheint stürmischer Wind herüberzuwehen. Über dem Felsen am Wasser erhebt sich majestätisch eine Kathedrale, als sei sie dem Gestein entwachsen. Die tiefstehende Sonne bleibt dahinter verborgen, ihr Licht umstrahlt das filigrane Gebäude.Schinkels Dom-Bilder spiegeln die politische und geistige Situation in Deutschland während der Freiheitskriege. In dieser Zeit entwickelte der Künstler eine Vorliebe für altdeutsche Motive und die gotische Baukunst, von der damals angenommen wurde, sie sei deutschen Ursprungs. Mit dem Erwerb des Gemäldes im Entstehungsjahr 1815 begann der Berliner Bankier Joachim Heinrich Wilhelm Wagener seine Sammeltätigkeit. Eine formatgleiche Kopie eines unbekannten Künstlers der Schinkel-Zeit befindet sich in Privatbesitz. | Birgit Verwiebe

Abrahams Einzug in das Gelobte Land (oben). Verheißung im Hain Mamre (unten). Aus dem Zyklus "Zwölf biblische Landschaften mit der Geschichte Abrahams"

Abrahams Einzug in das Gelobte Land (oben). Verheißung im Hain Mamre (unten). Aus dem Zyklus "Zwölf biblische Landschaften mit der Geschichte Abrahams"

Ganze Zyklen biblischer Landschaften sind das Hauptthema Schirmers in seinen letzten Lebensjahren, der Zeit seiner Lehrtätigkeit in Karlsruhe. 1855 und 1856 entstanden zunächst 26 Kohlezeichnungen mit alttestamentarischen Szenen vom Paradies bis zum Begräbnis Abrahams (Staatliche Kunsthalle Karlsruhe). Sie wurden in vielen größeren Städten Deutschlands mit Erfolg gezeigt. In einer zweiten Ausführung setzte er die Zeichnungen in Ölskizzen um (Museum Kunstpalast, Düsseldorf; Museum Georg Schäfer, Schweinfurt). Von 1859 bis Mai 1861 – das sechste Bild wurde erst 1862 vollendet – entstand sodann der in Ölmalerei ausgeführte Zyklus, der sich heute in der Nationalgalerie befindet. Schirmer widmete ihn allein der Geschichte Abrahams, in zwölf Bildern zu sechs Tafeln gerahmt. Dieser Zyklus wiederum wurde durch zwei Reihen von Ölskizzen kleineren Formats vorbereitet: einer aus elf Doppelbildern bestehend (Privatbesitz), der zweite aus neun Einheiten mit je einem kleinen Breitformat über und unter dem Hauptbild, also mit 27 Bildern im Ganzen (verschollen). Daneben entstanden zahlreiche Einzelstudien. In allen biblischen Zyklen Schirmers dominiert die Landschaft. »Die Staffage bietet nur das Motiv, das von der landschaftlichen Darstellung aufgenommen und künstlerisch durchgebildet wird, sie ist gewissermaßen der Text zur Melodie« (K. Schnaase, zit. nach: K. Zimmermann, Johann Wilhelm Schirmer, Saalfeld 1920, S. 45). Sinnbildhafte Beziehungen zwischen Landschaft und Begebenheit sind durch Art der Landschaft, Tageszeit, Stimmung sowie Lichtführung gegeben. Die Landschaften haben keinen einheitlichen geographischen Charakter, sie sind aus Eindrücken Italiens, Deutschlands, der Schweiz und Südfrankreichs zusammengesetzt. So hat Schirmer für den Hintergrund der »Vertreibung der Hagar« (Inv.-Nr. A I 7, oben) eine Skizze von der Italienreise 1840 mit Blick in den Park der Villa Borghese verwandt (Museum Kunstpalast, Düsseldorf). Auch für die Staffage griff Schirmer auf Vorbilder zurück. Einzelne Figuren und ganze Szenen entnahm er der zwischen 1852 und 1860 erstmals erschienenen »Bibel in Bildern« von Julius Schnorr von Carolsfeld (Inv.-Nr. A I 5, 7, 9, 10, jeweils oben), weil dessen »Darstellungen biblischer Handlungen, das tiefe kindliche Gemüt, alle anderen Erscheinungen dieser Art übertrifft« (Schirmer an Schnaase, zit. nach: ebd., S. 46). Für andere Figurengruppen waren die Loggien Raffaels in Rom Vorbild (Inv.-Nr. A I 5 und 6, jeweils unten). In der Art der Motivübernahme und in der Kombination von Landschaftsmalerei und Historiendarstellung in einem Zyklus besteht eine Beziehung zu Friedrich Preller (dem Älteren) und dessen »Odyssee«-Zyklen (vgl. z. B. die Fresken im Neuen Museum Weimar). Carl Schnaase bemängelte die Form des Doppelbildes, die eine innere Zusammengehörigkeit von Haupt- und Staffelbild erwarten ließe, wo doch nur ein zeitliches Nacheinander gemeint sei; als Entgegnung verwies Schirmer auf sein ursprüngliches Vorhaben, den Bildern angemessene Arabesken- und Ornamentfelder zur Gliederung beizugeben (vgl. ebd., S. 45 ff.).Der vorliegende Zyklus wurde erstmals 1861 in Köln ausgestellt – noch ohne das Doppelbild »Abrahams Bitte für Sodom« und »Die Flucht Lots« (Inv.-Nr. A I 6) – und wanderte dann durch die meisten großen Städte Deutschlands und Österreichs. In der Nationalgalerie fand er später Aufstellung in dem apsisartigen Raum an der Stirnwand des zweiten Corneliussaales, wie noch auf alten Fotos erkennbar. | Angelika Wesenberg

Inneres der Westminster Abbey, London

Inneres der Westminster Abbey, London

1858 erwarb Wagener noch einmal ein Bild von Ainmüller, sein bislang größtes. Im folgenden Jahr wird er sein Testament machen und einen letzten Ankauf tätigen. Die Darstellung aus der Westminster Abbey beweist einmal mehr die stupende Technik des bei Friedrich von Gaertner in München und als Porzellanmaler ausgebildeten Ainmiller. Sein Haupttätigkeitsfeld lag seit 1828 bei der bayerischen Glasmalereianstalt, administrativ, technisch und künstlerisch. Erst daneben war er als begeisterter Architekturmaler tätig – und zu seinen Lieblingsmotiven zählten die großen Kirchen Londons.Eine erste, sehr ähnliche Fassung von 1844, »Chor der Westminster Abbey«, befindet sich in der Sammlung des Fürstenhauses Thurn und Taxis, Regensburg (vgl. U. Staudinger, Die »Bildergalerie« Maximilian Karls von Thurn und Taxis, Kallmünz 1990, Nr. 25). Hier ist ein Blick in das nördliche Seitenschiff des Chors gegeben. Rechts ist das Denkmal Heinrichs III. in Form einer Tumba zu sehen, links die Kapelle des heiligen Paulus, in der Mitte der Zugang zur prachtvollen Kapelle Heinrichs VII., 1502 bis 1520 erbaut, davor die reich skulptierte Grabkapelle Heinrichs V. »Andere Denkmäler der neueren Zeit sind, als mit dem gothischen Styl der Kirche im Widerspruch, von dem Künstler unterdrückt worden«, vermerkt der Katalog der Sammlung Wagener zustimmend. (Verzeichniss der Gemälde-Sammlung des J. H. W. Wagener, Berlin 1861, S. 5, Nr. 10). Alle Bilder von Ainmiller der Sammlung Wagener sind in München gemalt (vgl. ebd., S. 4–6), nach Studien der Reise von 1841 sicher, aber wohl auch nach graphischen, vielleicht auch schon fotografischen Vorlagen; sie folgen einem Ideal, wie der Hinweis auf das nicht Dargestellte uns zeigt. | Angelika Wesenberg