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Pfingsten in Ahrenshoop

Ident. Nr.: A IV 525

ObjID: obj:961192

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Fritz Dähn (1908 - 1980),
Künstler*in
Datierung
1964
Weitere Titel
Sammlungstitel: Pfingsten in Ahrenshoop
Übersetzung: Pentecost in Ahrenshoop
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
1964–1980
Nachlass/Vermächtnis: Gertrud Dähn, Berlin,
1980–1985
Material / Technik
Öl auf Hartfaser
Abmessungen
Höhe x Breite: 57 x 57 cm
Erwerbung
1985 Ankauf von der Witwe des Künstlers, Gertrud Dähn, Berlin (Ost)

Objektbeschreibung

Ein gewagter, fast dreister Bildausschnitt, der den Blick der Betrachter*in durch Stämme, Geäst und Unterholz auf die Szene lenkt. Im Vordergrund eine Figur, keck posierend, eine zweite auf einer Bank sitzend, eine dritte lehnt an einem Baum. Der Moment wirkt entspannt und ohne Inszenierung, wie fotografisch festgehalten. Nichts verweist auf die Ostsee, deren Küstenorte – Ahrenshoop auf dem Darß, Stralsund oder auch die Insel Rügen – beliebte Sujets des Künstlers waren. Haus und Garten sind in einem wilden Mix aus Abstraktion und naturalistischer Darstellung gehalten. Einnehmend ist die wuchtige Verwendung der Farbe, die Dähn, der „Wahlverwandte Hans Purrmanns“ (Kurt Schifner, Fritz Dähn. Welt der Kunst, Berlin [Ost] 1969), in dicken Schichten wie direkt aus der Tube aufgetragen und mit Spachtel und Pinselstiel auf der Hartfaserplatte verteilt hat – ein „Farbrelief, das […] bis ins Räumliche geht“ (Roland März, Fritz Dähn. Malerei und Graphik, Ausst.-Kat., Berlin [Ost], 1969). Sichtbar wird dieser Effekt an den Baumrinden: Die harzige Struktur der Borken erscheint fast dreidimensional. Sie setzen nicht nur einen zweiten Rahmen, sondern sind neben dem gelb-lila Haus auch die detaillierteste Wiedergabe eines Gegenstandes im Bild. In Dähns Œuvre ist das Werk kein unbekanntes: 1969 zierte es das Cover des ihm gewidmeten Bandes der Reihe „Welt der Kunst“, erschienen im populären Henschel Verlag. Im selben Jahr präsentierte die Nationalgalerie (Ost) das Bild auf seiner Werkschau, bis sie es 1985 von der Witwe des Künstlers erwarb. | Sven Haase

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Aufstehendes Pferd

Aufstehendes Pferd

Das ehemals im Besitz des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Berlin befindliche „Aufstehende Pferd“ aus lebhaft strukturiertem rot-schwarzen Lahnmarmor steht exemplarisch für Graevenitz’ Schaffen, dessen künstlerisch erfolgreichste Phase in die Zeit des Nationalsozialismus fiel. Ab 1937 leitete er die Bildhauerklasse sowie – mit einigen Unterbrechungen aus gesundheitlichen Gründen – vom selben Jahr bis 1945 die Kunstakademie in Stuttgart als Direktor. Beim vorliegenden Werk hat von Graevenitz offenbar das Zugleich von noch ruhendem Pferdekörper und sich bereits in Bewegung setzenden Vorderbeinen samt sich aufbäumendem Kopf bildhauerisch gereizt, variierte er das Thema doch mehrfach: so etwa in der monumentalen Travertinskulptur „Aufstehendes Pferd“ von 1934/1935 für den Garten des Robert-Bosch-Krankenhauses Stuttgart oder in seinem 1934 möglicherweise im Zusammenhang mit der Ausgestaltung des Berliner Olympiageländes entstandenen Entwurf „Pferd in Wellen“ (Verbleib unbekannt). Das heute als Dauerleihgabe in der Stiftung Fritz von Graevenitz in Solitude bei Stuttgart befindliche „Aufstehende Pferd“ aus dem Bestand der Nationalgalerie war von Graevenitz’ bildhauerischer Beitrag auf der „Großen Deutschen Kunstausstellung“ 1937 im Münchner Haus der Deutschen Kunst; es wurde 1938 auch unter dem Titel „Leżący koń“ (Liegendes Pferd) auf der Propagandaschau „Deutsche Bildhauer der Gegenwart“ in Warschau und Krakau gezeigt. | Yvette Deseyve

Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson