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Am Stadtrand von Berlin

Ident. Nr.: A II 1056

ObjID: obj:961233

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Werner Heldt (1904 - 1954),
Künstler*in
Datierung
um 1930
Weitere Titel
Sammlungstitel: Am Stadtrand von Berlin
Übersetzung: On the Outskirts of Berlin
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 40 x 70 cm
Erwerbung
1947 Ankauf für die Galerie des 20. Jahrhunderts. 1951 Schenkung des Magistrats von Groß-Berlin (Ost)

Objektbeschreibung

Wir sehen ein überraschend heiteres, sonntägliches Bild: Einen Fluss, sehr blau, am rechten Rand entschwindet ein Kahn den Blicken. Hinter dem Wasser eine geschlossene Reihe leuchtend weißer Häuser mit grünen kugelförmigen Bäumen davor. Am diesseitigen Ufer steht auf einer grünen Wiese eine rotbraune Kuh. Sie und das Grün haben wohl zu dem Titel „Am Stadtrand von Berlin“ geführt, dabei kommt die Komposition: Mauer links, Haus rechts, ein Fluss mit einer Ausbuchtung und einer Freifläche zu den Betrachtern hin, die Häuserreihe mit den Bäumen gegenüber, meist mit einem Kirchturm im Hintergrund, häufig auf Zeichnungen und Bildern Heldts vor. Es handelt sich um ein Grundmotiv im Werk des Künstlers (vgl. etwa „Trüber Frühsommertag“, WVZ Schmied/Seel 1976, 248). Die überwiegend als Stadtmotiv ausgeführte Konstellation ist hier ins Ländliche geträumt. Der einfache Bildaufbau ähnelt äußerlich manchen Arbeiten der Neuen Sachlichkeit. Doch die Ansichten Heldts sollen keine detailgetreue Abbildung darstellen. Er kombinierte Motive, und völlig fehlt ihnen jede spitzpinselig präzise Ausführung. Seine Bilder wollen bei aller Einfachheit eine Stimmung vermitteln, geprägt zumeist von Stille. | Angelika Wesenberg

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz