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Destino del Toro (Schicksal des Stieres)

Ident. Nr.: B 186/62

ObjID: obj:961270

1962 erworben durch das Land Berlin
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Heinz Trökes (1913 - 1997),
Künstler*in
Datierung
1962
Weitere Titel
Sammlungstitel: Destino del Toro (Schicksal des Stieres)
Übersetzung: Bull's Destiny
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 75,3 x 105 cm
Erwerbung
1962 Ankauf durch das Land Berlin für die Galerie des 20. Jahrhunderts (West)

Objektbeschreibung

Nach einer Reise auf die spanische Insel Ibiza 1952 ließ sich Trökes mit seiner Ehefrau Renée auf der Insel nieder. Von der Wahlheimat angeregt ist wohl auch der Titel des 1962 entstandenen Ölgemäldes: Viehherden und der traditionsreiche Stierkampf waren dort bestimmend für Landschaftsbild und gesellschaftliches Leben. Wenig imposant jedoch ist das Tier im Gemälde, denn es ist bereits zu Fall gebracht – der große, braune Laib auf grünem Grund erlaubt die Assoziation sowohl mit dem weidenden Vieh wie aber auch mit dem aufgespannten Fell des schon geschlachteten Tieres. Letzteres Motiv wird in seiner Wirkung noch verstärkt durch den ins Rötliche verschwimmenden Korpus des Stiers. Es ist ein singuläres Sujet in Trökes’ Œuvre, bedingt möglicherweise durch die Werkgenese: Der Maler bemühte sich zunächst und vordergründig um die Komposition des Bildaufbaus und die Feinabstimmung der Farben und nicht um das Porträtieren des Tieres. Erst das Ergebnis bestimmte dann die Titelgebung, oftmals assoziativ. Mitte der 1950er-Jahre wurde Trökes als Leiter der Abteilung für Freie Graphik an die Staatliche Hochschule für bildende Künste in Hamburg berufen, 1965 folgte der Ruf an die Hochschule für Bildende Künste in West-Berlin. Bis Ende der 1970er-Jahre pendelte Trökes zwischen Ibiza und Berlin, wo er am 22. April 1997 verstarb. | Dorothea Schöne

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson