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Lesenlernender Junge

Ident. Nr.: B III 262

ObjID: obj:961496

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Sabina Grzimek (1942 ),
Künstler*in
Datierung
1983
Weitere Titel
Sammlungstitel: Lesenlernender Junge
Übersetzung: Boy Learning to Read
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 43,5 x 54 x 40 cm
Erwerbung
1987 Ankauf von der Künstlerin, Berlin (Ost), aus Mitteln des Kulturfonds der DDR

Objektbeschreibung

Die Bronzeplastik deutet mit wenigen Mitteln eine Szene an. Auf einem groben Block stützt sich eine Figur mit den Armen ab, es ist nur der Oberkörper dargestellt. Das Gesicht ist nach unten geneigt, der linke Zeigefinger deutet auf einen Punkt auf dem Sockel. Es ist die angestrengte Haltung eines jungen Schülers. Grzimek modelliert ihre Figuren nach alltäglichen Beobachtungen, die sie zeichnend festhält. Kinder erscheinen wiederholt in ihrem Werk, oft entwickelte die Künstlerin solche Arbeiten nach dem Vorbild ihrer eigenen Kinder. Grzimek gehörte zum Kreis der sogenannten Berliner Schule, einer Gruppe von Künstler:innen in Ost-Berlin. Verbindende Merkmale waren das ausgeprägte Interesse an Szenen aus dem urbanen Leben sowie eine Orientierung an der klassischen Moderne. In der Gruppe, die vor allem aus Malern bestand, war sie eine der wenigen Bildhauerinnen. | Sabrina Kotzian

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson