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Gefesselte

Ident. Nr.: B III 29

ObjID: obj:961521

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Walter Arnold (1909 - 1979),
Künstler*in
Datierung
1933
Weitere Titel
Sammlungstitel: Gefesselte
Übersetzung: Shackled
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
1966
Material / Technik
Mooreichenholz
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 133 x 51 x 34,5 cm
Erwerbung
1966 Ankauf vom Künstler aus Mitteln des Kulturfonds der DDR

Objektbeschreibung

Aus einem rau bearbeiteten, dunklen Baumstamm erhebt sich der Torso einer weiblichen Figur. Er gleicht vielmehr einem Relief als einer vollplastischen Skulptur, denn die Gliedmaßen und die Rückseite des Körpers verschwinden in dem mit tiefen Kerben versehenen Baumstumpf, als handele es sich um Daphne, die sich auf der Flucht vor Apoll in einen Baum verwandelt (vgl. Renée Sintenis, „Daphne“, NG 48/81). Ebenso wie für seine „Stehende (Junges Mädchen)“ (B III 30) wählte Arnold, der als Sohn eines Steinmetzen in Leipzig geboren worden war, für diese Figur dunkles Mooreichenholz, das der Darstellung einen dramatischen Charakter verleiht. Und wie bei jener Skulptur griff er auch hier den Stil der Holzplastiken auf, den die Mitglieder der Künstlergruppe Brücke etwa zwanzig Jahre zuvor entwickelt hatten; insbesondere orientierte er sich an den üppig-erotisierenden Frauendarstellungen Ernst Ludwig Kirchners (vgl. dessen „Stehende“, B III 118). Während diese Figur Arnolds noch mystisch anmutet und der Formensprache der „Naturvölker“ (wie sie seinerzeit etwa durch die Brücke-Künstler aufgefasst wurden) entlehnt zu sein scheint, wurde der Künstler nach dem Zweiten Weltkrieg als Hochschullehrer in Leipzig und Dresden zu einem der wichtigsten sozialistisch-realistischen Bildhauer der DDR. Er galt dort als „humanistischer“ Künstler, der sich Themen wie dem einfachen Leben seiner meist weiblichen Figuren widmete. Ab den 1970er-Jahren wandte sich Arnold innerhalb seines sowohl im Material als auch in der Motivwahl vielfältigen Œuvre zunehmend der Abstraktion im Stil von Hans Arp und Henry Moore zu. | Anja Pawel

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Un-Quadrat rot

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„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson