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Kleiner Trauernder Mann

Ident. Nr.: B III 173

ObjID: obj:961534

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Wieland Förster (1930 ),
Künstler*in
Datierung
1973-1975
Weitere Titel
Sammlungstitel: Kleiner Trauernder Mann
Übersetzung: Mourning Man
Geografische Bezüge
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 49,5 x 16,5 x 25 cm
Höhe x Breite x Tiefe: 49,5 x 16,5 x 25 cm
Höhe x Breite x Tiefe: 49,5 x 16,5 x 25 cm
Höhe x Breite x Tiefe: 49,5 x 16,5 x 25 cm
Erwerbung
1977 Ankauf vom Künstler, Berlin (Ost)

Objektbeschreibung

„Kleiner Trauernder Mann“ gehört mit „Verzweifelter. In Erinnerung an den 13. Februar 1945 in Dresden“ (B III 47) zu einer Gruppe von Plastiken, die sich auf die Bombardierung der Stadt 1944/1945 und die persönliche Reaktion der Menschen darauf beziehen. Ein Mann hockt deutlich verzweifelt in sich zusammengekauert, das Gesicht zwischen Händen und Beinen vergraben. Runde Formen deuten kräftige Muskeln an. Der Mann ist allein mit seiner Trauer und lässt die Welt nicht an sich heran. Aus dieser kleineren Figur wurde später der „Große trauernde Mann“ (1983; WVZ Mlekusch 2015, Nr. 210), von dem ein Exemplar 1984 auf dem Georg-Treu-Platz neben dem Albertinum in Försters Heimatstadt Dresden aufgestellt wurde. | Emily Joyce Evans

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson