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Hafen von Cannes

Ident. Nr.: A III 593

ObjID: obj:961556

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Lucien Adrion (1889 - 1953),
Künstler*in
Datierung
1930
Weitere Titel
Sammlungstitel: Hafen von Cannes
Übersetzung: Cannes Harbour
Provenienz
Annie Caspari, München,
1.8.1933
Übereignung: Bankhaus Hardy & Co., München,
368068
Übereignung: Dresdner Bank, Filiale München,
15.8.1935
Kauf: Reichsfinanzministerium und Reichsministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung,
15.8.1935
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 54,5 x 65 cm
Erwerbung
1935 vom Preußischen Staat aus den Kunst-Beständen der Dresdner Bank angekauft und an die Staatlichen Museen zu Berlin überwiesen, Vorbesitz Annie Caspari, München

Objektbeschreibung

Seine vorherrschende Motivwelt belebter Pariser Straßen und Rennbahnen hatte Adrion Mitte der 1920er-Jahre – nach einem Sommeraufenthalt an der normannischen Küste – um Strandszenen erweitert. 1930 besuchte er das schon damals als luxuriöser Kurort bekannte Cannes an der Côte d’Azur. Das Gemälde vermittelt einen Blick über den durch zwei Landvorsprünge eingefassten Golfe de La Napoule, an dessen Ufer entlang sich über sechs Kilometer das heutige Cannes erstreckt. Der Maler hat einen Standort auf der westlichen Landzunge gewählt: vielleicht auf einer Terrasse des hier aufsteigenden Suquet-Hügels (Mont-Chevalier), an dem die Altstadt von Cannes, ursprünglich ein Fischerdorf, gewachsen ist. Adrion ging es nicht um eine topografisch exakte Darstellung. Vielmehr war ihm daran gelegen, die stimmungsvolle Atmosphäre wiederzugeben, die am Morgen über dem Hafen liegt. Das entspricht auch seiner nachimpressionistischen Malweise, in der er in lockeren, kurzen Pinselstrichen das Blau auf ockerfarbenen Grund gesetzt hat, sodass der Eindruck von auf dem Wasser reflektierten Sonnenstrahlen entsteht. | Hans Jürgen Papies

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson