Bildnis Carl Friedrich von Rumohr
Ident. Nr.: A III 725
ObjID: obj:961587
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Einrichtung:
Alte Nationalgalerie
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Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- Datierung: 1823/1827
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: Bildnis Carl Friedrich von RumohrKarl Friedrich Freiherr von RumohrBildnis des Kunsthistorikers Karl Friedrich von RumohrBildnis des Freiherren K. F. v. Rumohr
- Material / Technik
- Öl auf Leinwand
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 31 x 25 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/961587
Objektbeschreibung
Der 1807 in Erfurt geborene Friedrich Nerly wuchs nach dem frühen Tod seines Vaters ab 1815 beim Bruder seiner Mutter in Hamburg auf. Der Onkel erkannte Nerlys künstlerische Begabung und förderte ihn. Er wurde Lehrling in der lithographischen Werkstatt von Heinrich Joachim Herterich und Johann Michael Speckter. Dort lernte der junge Nerly den Mäzen Freiherr Carl Friedrich von Rumohr (1785-1843) kennen. Die Begegnung mit dem weitgereisten und bestvernetzten Kunsthistoriker, Kunstpädagogen und Amateurkünstler wurde für Nerly prägend. Rumohr nahm ab 1823 den 16-Jährigen zur weiteren Ausbildung bei sich auf Gut Rothenhausen bei Lübeck auf.
Rumohr gilt als einer der bedeutendsten Kunstforscher seiner Zeit. Sein Hauptwerk, die dreibändigen „Italienischen Forschungen“ (1827-1831), setzte Maßstäbe für die historische Betrachtung von Kunstwerken unter Berücksichtigung von Quellen. Enge Beziehungen hatte Rumohr zu Friedrich Wilhelm IV. von Preußen und zu Christian VIII. von Dänemark, denen er in Italien zeitweilig als Führer diente. Als Entdecker, Förderer und Erzieher junger künstlerischer Begabungen hatte Rumohr besondere Verdienste erworben.
1827 begleitete Nerly seinen Mentor auf einer Reise durch Deutschland, u.a. nach Dresden und München. In Weimar besuchten sie Goethe. Im Frühjahr ging es nach Italien. Da Rumohr nach Deutschland zurückkehren musste, traf Nerly im Dezember 1828 ohne seinen Mäzen in Rom ein. Von dort aus bereiste der Maler in den nachfolgenden Jahren verschiedene Regionen Italiens. Der mit dem Namen „Nehrlich“ geborene Künstler nannte sich fortan „Nerly“. 1837 zog er nach Venedig. Dort spezialisierte er sich erfolgreich auf venezianische Stadtansichten und wurde damit berühmt.
Das Bildnis Rumohrs beruht auf einer Zeichnung, die Nerly wenige Wochen nach der ersten Begegnung 1823 mit seinem Lehrer schuf (Privatsammlung München). Sie entstand Ende September 1823 auf Schloss Rantzau, dem südholsteinischen Gutshof des mit Rumohr befreundeten Schriftstellers Wolf-Heinrich Graf von Baudissin (1789-1879). Das wohl etwas später gemalte Porträt zeigt Rumohr bei der Arbeit an einer Architekturzeichnung. Rechts im Hintergrund ist ein Ausblick auf eine Flusslandschaft gegeben. Das Antlitz des Gelehrten hat Nerly in die Bildmitte gesetzt, wodurch die Intensität der Konzentration beim Zeichnen betont wird. In der Haltung Rumohrs, den Kopf auf die Hand gestützt, sind Energie und Temperament des verehrten Mentors überzeugend erfasst. | Birgit Verwiebe
Rumohr gilt als einer der bedeutendsten Kunstforscher seiner Zeit. Sein Hauptwerk, die dreibändigen „Italienischen Forschungen“ (1827-1831), setzte Maßstäbe für die historische Betrachtung von Kunstwerken unter Berücksichtigung von Quellen. Enge Beziehungen hatte Rumohr zu Friedrich Wilhelm IV. von Preußen und zu Christian VIII. von Dänemark, denen er in Italien zeitweilig als Führer diente. Als Entdecker, Förderer und Erzieher junger künstlerischer Begabungen hatte Rumohr besondere Verdienste erworben.
1827 begleitete Nerly seinen Mentor auf einer Reise durch Deutschland, u.a. nach Dresden und München. In Weimar besuchten sie Goethe. Im Frühjahr ging es nach Italien. Da Rumohr nach Deutschland zurückkehren musste, traf Nerly im Dezember 1828 ohne seinen Mäzen in Rom ein. Von dort aus bereiste der Maler in den nachfolgenden Jahren verschiedene Regionen Italiens. Der mit dem Namen „Nehrlich“ geborene Künstler nannte sich fortan „Nerly“. 1837 zog er nach Venedig. Dort spezialisierte er sich erfolgreich auf venezianische Stadtansichten und wurde damit berühmt.
Das Bildnis Rumohrs beruht auf einer Zeichnung, die Nerly wenige Wochen nach der ersten Begegnung 1823 mit seinem Lehrer schuf (Privatsammlung München). Sie entstand Ende September 1823 auf Schloss Rantzau, dem südholsteinischen Gutshof des mit Rumohr befreundeten Schriftstellers Wolf-Heinrich Graf von Baudissin (1789-1879). Das wohl etwas später gemalte Porträt zeigt Rumohr bei der Arbeit an einer Architekturzeichnung. Rechts im Hintergrund ist ein Ausblick auf eine Flusslandschaft gegeben. Das Antlitz des Gelehrten hat Nerly in die Bildmitte gesetzt, wodurch die Intensität der Konzentration beim Zeichnen betont wird. In der Haltung Rumohrs, den Kopf auf die Hand gestützt, sind Energie und Temperament des verehrten Mentors überzeugend erfasst. | Birgit Verwiebe
Letzte Aktualisierung: 07.07.2026
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