1965/1 - ∞: Detail 2 289 862 - 2 307 403
Ident. Nr.: NG 5/77 b
ObjID: obj:961664
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Neue Nationalgalerie
E-Mail:
nng@smb.spk-berlin.deDetails (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1977
- Geografische Bezüge
- Material / Technik
- Acryl auf Leinwand
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 196 x 135 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/961664
Objektbeschreibung
Im Jahr 1965 wurde der 34-jährige Opałka als Künstler wiedergeboren. Bis dahin hatte er figurativ gemalt und sich auch mit Grafikdesign und Plakatkunst beschäftigt. Er hatte in Łódź studiert, unter anderen bei Władysław Strzemiński, der ihn mit der Kunst der Avantgarde vertraut machte. Mitte der 1960er-Jahre fasste Opałka einen radikalen Entschluss und begann sein konzeptuelles Projekt „1965/1 - ∞“, das von Anfang an als Gesamtkunstwerk gedacht war und den Rest seines Lebens dauerte. Sein Ziel war es, die Dauer einer menschlichen Existenz zu malen. Sämtliche im Rahmen dieses Projekts entstandenen Bilder betitelte der Künstler „Detail“. Bei dem ersten dieser Gemälde, „1965/1 - ∞; Detal 1 1-35 327“, handelt es sich um eine großformatige, schwarze Leinwand, auf der mit einem dünnen Pinsel in Weiß die Zahlen von 1 bis 35 327 in engen, gleichmäßigen horizontalen Reihen aufgemalt sind (Kunstmuseum Łódź). Jede Zahl war eine Spur der Zeit, die verging. Der Hintergrund jedes darauffolgenden Bildes war um 1% heller als der des vorausgehenden, das letzte sollte Weiß auf Weiß sein. Gleichzeitig sprach Opałka die Zahlenreihen in Polnisch auf Band und begann mit der Zeit, nach dem Malen sein Gesicht zu fotografieren. In Ausstellungen wurden diese drei Elemente – Gemälde, fotografische Selbstporträts und Tonaufnahmen mit den in monotoner Stimme dokumentierten gemalten Zahlen – meist gemeinsam gezeigt. Opałkas konsequentes Projekt zielte darauf ab, die Grenze zwischen Leben und Kunst aufzuheben. Es ist ein künstlerisches Tagebuch und gleichzeitig eine zeitgenössische Vanitas-Darstellung: Das Vergehen der Zeit manifestiert sich sowohl in den wachsenden Zahlen auf den einzelnen Gemälden als auch in dem alternden Gesicht auf den Fotografien und in der sich verändernden Stimme des Künstlers. Die letzte Zahl, die der Künstler 2011 auf eine Leinwand malte, war 5 590 000. Opałkas Traum war es, 7 777 777 zu erreichen. Dies sollte der Punkt sein, an dem das Bild seiner Berechnung zufolge vollständig weiß werden würde. Dieses Ziel konnte er nicht erreichen. | Marta Smolińska
Letzte Aktualisierung: 19.12.2025
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