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Dame aus Sevilla

Ident. Nr.: NG 37/61

ObjID: obj:961717

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Charles Camoin (1879 - 1965),
Künstler*in
Datierung
Herstellung: 1907
Weitere Titel
Sammlungstitel: Dame aus Sevilla
Originaltitel: Une Sevillane
Übersetzung: A Sevillian
Provenienz
Gemälde-Galerie Abels, Köln,
unbekannt - 1961
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 80,5 x 64,5 cm
Erwerbung
1961 Ankauf von der Galerie Änne Abels, Köln, aus der Stiftung der Berliner Commerzbank

Objektbeschreibung

Camoin hatte sein Studium 1898 in Paris begonnen; dort lernte er unter anderem Henri Matisse und Paul Cézanne kennen. Ab 1904 stellte er Gemälde im Salon des Indépendants, der Galerie Berthe Weill, dem Salon d’Automne, der Galerie Eugène Druet und bei Daniel-Henry Kahnweiler aus. Im folgenden Jahr nahm er an der ersten großen Ausstellung der Fauves im Salon d’Automne teil. Intensive Farbigkeit und starke Kontraste, für die die Fauves bekannt sind, zeichnen seine Werke aus. Landschaften, Stadtansichten und Frauenporträts dominieren sein Œuvre. Im Sommer 1907 besuchte er Madrid, Sevilla, Granada und Barcelona und zeigte anschließend im Oktober im Pariser Salon d’Automne einige Ergebnisse dieser Reise, darunter die „Dame aus Sevilla“. Sie gehört zu einer kleinen Reihe von Darstellungen kostümierter, teilweise „exotischer“ Frauen. Die Stola aus schwarzer spanischer Spitze bildet hier den geografischen Bezug. Kokett lächelnd und mit einer Blume im Haar hält die Dame einen offenen Fächer vor der Brust, wie eine symbolische Botschaft an die Betrachter:innen. Die linke Faust an der Hüfte wirkt, als könne sie jeden Moment einen Tanz beginnen. | Emily Joyce Evans

Letzte Aktualisierung: 04.08.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Badende

Badende

Die Statue scheint 1909 für einen mehrfigurigen Brunnen konzipiert worden zu sein, was den Titel „Badende“ erklärt. Um 1910 wurde jedoch nur eine einzelne Bronzefigur hergestellt, die an der Fassade eines 1910/1911 errichteten Miets- und Geschäftshauses in der Hardenbergstraße 1 in Berlin-Charlottenburg ihre Aufstellung fand. Der Eigentümer dieses „Haus am Knie“ genannten Gebäudes und damit auch der Figur war der Architekt und Immobilienunternehmer Arthur Vogdt. Die Fassade hatte der junge Bruno Taut entworfen. Die Statue stand auf einem hohen Sockel am Eingang des Hauses; ihre auffallende Drehung war auf diesen Standort abgestimmt. Wegen eines Schreibens des Bildhauers Richard Scheibe wurde die Figur früher auf 1904/1905 datiert; das trifft jedoch genauso wenig zu wie die Datierung um 1906 (Ethos und Pathos. Die Berliner Bildhauerschule 1786–1914, Ausst.-Kat. Skulpturengalerie der Staatlichen Museen Preußischer Kulturbesitz, Berlin, 1990, Nr. 124). Die Angabe „um 1910“ dagegen entspricht der Bauzeit des Hauses. Damals schuf Kolbe auch eine große Frauenstatue nach dem Modell der späteren Bildhauerin Renée Sintenis (Georg Kolbe, 1877–1947, Ausst.-Kat. Georg Kolbe Museum, Berlin, 1997, Abb. S. 27). Wegen der Proportionen, der aufgerichteten Haltung und des herben Gesichts dürfte die „Badende“ nach demselben Modell entstanden sein. Im Zweiten Weltkrieg wurde das „Haus am Knie“ zerstört. Die Statue gelangte in den Besitz von Kurt Reutti, der zahlreiche Kunstwerke aus Berliner Kriegsruinen rettete. 1957 war die Bronze eine der ersten Erwerbungen für die Nationalgalerie (West). | Ursel Berger

Mädchen aus Xanten

Mädchen aus Xanten

Der Düsseldorfer Bildhauer Zimmermann schuf Plastiken für den öffentlichen Raum und für Kirchen. Er hatte an der Kunstakademie in Düsseldorf bei Alexander Zschokke studiert; kurzzeitig lebte er in Berlin (1932/1933) und Kassel (1936). Während der NS-Zeit war er beruflich erfolgreich. Das „Mädchen aus Xanten“ schuf er wohl im Auftrag der Xantener Dombauhütte. Es existierte eine Fassung aus Ton, deren Verbleib unbekannt ist. Die Bronze befand sich bereits 1937, im Jahr ihrer Entstehung, im Besitz des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Berlin. Damit changierte die Wahrnehmung der Figur: zwischen der Lesart in einem religiösen Zusammenhang und der als ideologisch geprägte, politisch sanktionierte Darstellung, die offenbar geeignet erschien, ein nationalsozialistisches weibliches Ideal zu repräsentieren. Das „Mädchen“, das eher nach einer herangereiften jungen Frau aussieht, steht solide in Lebensgröße da, die Form ist einfach und glatt. Unter der eng anliegenden Kleidung zeichnen sich die weiblichen Konturen deutlich ab, ohne Erotik auszustrahlen; die Gestalt ist kräftig, aber nicht muskulös, der Kopf mit einem Tuch bedeckt. Das Werk war wohl nie in Berlin öffentlich ausgestellt; nach 1945 geriet es, höchstwahrscheinlich aufgrund seines Besitzes durch eine NS-belastete Institution, in völlige Vergessenheit. In den 1970er-Jahren wurde es im Keller des Pergamonmuseums in einer Holzkiste gefunden und 1980 der Nationalgalerie (Ost) übergeben. | Emily Joyce Evans