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Gentle Day

Ident. Nr.: NG 138/81

ObjID: obj:961752

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Bridget Riley (1931 ),
Künstler*in
Datierung
1981
Weitere Titel
Sammlungstitel: Gentle Day
Sanfter Tag
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 172,5 x 146 x 5,3 cm
Erwerbung
1981 Ankauf von der Galerie Annely Juda Fine Art, London

Objektbeschreibung

Die „Freuden des Sehens“, so schrieb Riley in ihrem gleichnamigen Aufsatz, „haben ein Merkmal gemeinsam – sie treffen einen überraschend“ (in: Malen um zu sehen. Gesammelte Schriften 1965–2001, Ausst.-Kat. Krefeld, 2002, S. 30). Rileys Ziel als Malerin ist es, visuelle Freude zu erzeugen. So  bringt Riley die Betrachtenden stets in eine dynamische Beziehung zu ihren Werken, sei es durch die Wirkung optischer Phänomene oder durch die Interaktion verschiedener Farben. „Gentle Day“ (Sanfter Tag) gehört zu einer Werkgruppe von Streifenbildern, die zu Beginn der 1980er-Jahre entstanden. Ihre Hinwendung zur Farbe, zugunsten der Intensität wegen in Öl statt Acryl, steht im Zusammenhang mit einer Reise nach Ägypten im Winter 1979/1980 zusammen. Die Komposition bestimmen senkrechte, gleich breite Streifen in reinen, strahlenden Farben, die im alten Ägypten, so Rileys Beobachtung, verbreitet zur Anwendung kamen, im Innen- wie im Außenraum, bei Grabausmalungen wie im täglichen Leben. Diese im Atelierjargon so genannte ägyptische Palette besteht aus fünf Farben: Blau, Türkis (Blau-Grün), Ziegelrot, Ockergelb, Apfelgrün, sowie Schwarz und Weiß. Mithilfe von maßstäblichen Vorstudien auf Karton und eingefärbten Papierstreifen lässt Riley ihre Kompositionen von langjährigen Assistent*innen ausführen. Sie unterlegt ihren Gemälden quasi-musikalische Kunstgriffe wie Wiederholung, Inversion und Variation. Während das Auge auf die schwarzen Streifen fokussiert, die als rhythmische Zäsuren innerhalb der Farbreihen fungieren, wirken die weißen Streifen wie Lichtschneisen, die die Umgebungsfarben umso stärker leuchten lassen. So erscheinen bei „Gentle Day“ die schmalen, vertikalen Streifen in eine kohärente Struktur eingebettet, welche die Farben einzeln und in Gruppen oder Intervallen miteinander in Beziehung setzt. | Uta Caspary

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Aufstehendes Pferd

Aufstehendes Pferd

Das ehemals im Besitz des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Berlin befindliche „Aufstehende Pferd“ aus lebhaft strukturiertem rot-schwarzen Lahnmarmor steht exemplarisch für Graevenitz’ Schaffen, dessen künstlerisch erfolgreichste Phase in die Zeit des Nationalsozialismus fiel. Ab 1937 leitete er die Bildhauerklasse sowie – mit einigen Unterbrechungen aus gesundheitlichen Gründen – vom selben Jahr bis 1945 die Kunstakademie in Stuttgart als Direktor. Beim vorliegenden Werk hat von Graevenitz offenbar das Zugleich von noch ruhendem Pferdekörper und sich bereits in Bewegung setzenden Vorderbeinen samt sich aufbäumendem Kopf bildhauerisch gereizt, variierte er das Thema doch mehrfach: so etwa in der monumentalen Travertinskulptur „Aufstehendes Pferd“ von 1934/1935 für den Garten des Robert-Bosch-Krankenhauses Stuttgart oder in seinem 1934 möglicherweise im Zusammenhang mit der Ausgestaltung des Berliner Olympiageländes entstandenen Entwurf „Pferd in Wellen“ (Verbleib unbekannt). Das heute als Dauerleihgabe in der Stiftung Fritz von Graevenitz in Solitude bei Stuttgart befindliche „Aufstehende Pferd“ aus dem Bestand der Nationalgalerie war von Graevenitz’ bildhauerischer Beitrag auf der „Großen Deutschen Kunstausstellung“ 1937 im Münchner Haus der Deutschen Kunst; es wurde 1938 auch unter dem Titel „Leżący koń“ (Liegendes Pferd) auf der Propagandaschau „Deutsche Bildhauer der Gegenwart“ in Warschau und Krakau gezeigt. | Yvette Deseyve

Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson