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Panthergruppe

Ident. Nr.: B I 587

ObjID: obj:961772

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Herbert Garbe (1888 - 1945),
Künstler*in
Datierung
1935
Weitere Titel
Sammlungstitel: Panthergruppe
Übersetzung: Panther Group
Geografische Bezüge
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
1936
Material / Technik
Eisen
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 37,5 x 52,5 x 27 cm (inkl. Plinthe)
Erwerbung
1936 Ankauf vom Künstler

Objektbeschreibung

Die Skulptur „Zwei Pferde“ (B I 545) geht zurück auf Garbes Entwurf für den Portalschmuck des U-Bahnhofs Nollendorfplatz in Berlin (um 1926, WVZ Lindenstädt 1994, 42). Klein, fast zierlich wirken die Tiere, von denen eines die Mähne des anderen krault. Die Farbe der Terrakotta ähnelt jener eines natürlichen Fells. Dagegen zeigen sich die in Eisen gegossenen Raubkatzen in der späteren Plastik „Panthergruppe“ (B I 587) bedrohlich. Ein Tier liegt, doch das andere steht aufrecht und bleckt die Zähne. Möglicherweise meinte der Kritiker und Mitarbeiter der Nationalgalerie Alfred Hentzen diese Panther, als er schrieb, dass in Garbes Tierdarstellungen „einmal ein pathetischer Zug durch[bricht]. […] Aber jede ausladende Bewegung ist vermieden, die gespannte Kraft des Raubtiers in geschlossenem Umriß gebannt“ (Alfred Hentzen, Herbert Garbe, in: Die Kunst für Alle, 52. Jg. [1936/1937], H. 1, S. 22). Auch Garbes politische Orientierung änderte sich Mitte der 1930er-Jahre: War er 1930/1931 noch Mitglied der SPD gewesen, trat er im Mai 1933 der NSDAP bei. 1936 erhielt Garbe einen Ruf nach Frankfurt am Main, wo er an der Städelschule Leiter der Bildhauerklasse wurde. Ab 1937 gehörte er sowohl zu den politisch Verurteilten als auch zu den Anerkannten: Einerseits wurde er in nationalsozialistischen Publikationen wegen seiner früheren Zugehörigkeit zur Novembergruppe diffamiert, und in der Nationalgalerie beschlagnahmte man zwei seiner Werke als „entartet“. 1938 folgte die „Beurlaubung“ aus seinem Direktorenamt. Um 1940 verwüstete die Gestapo sein Atelier und zerstörte viele Werke. Andererseits war Garbe 1939, 1941 und 1943 mit je einem Werk auf der „Großen Deutschen Kunstausstellung“ in München vertreten. Er war zumindest 1943 Mitglied der Reichskammer der bildenden Künste – wohl eher, um seinen künstlerischen Erfolg unter dem NS-Regime zu sichern, als aus politischer Überzeugung. | Emily Joyce Evans

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Aufstehendes Pferd

Aufstehendes Pferd

Das ehemals im Besitz des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Berlin befindliche „Aufstehende Pferd“ aus lebhaft strukturiertem rot-schwarzen Lahnmarmor steht exemplarisch für Graevenitz’ Schaffen, dessen künstlerisch erfolgreichste Phase in die Zeit des Nationalsozialismus fiel. Ab 1937 leitete er die Bildhauerklasse sowie – mit einigen Unterbrechungen aus gesundheitlichen Gründen – vom selben Jahr bis 1945 die Kunstakademie in Stuttgart als Direktor. Beim vorliegenden Werk hat von Graevenitz offenbar das Zugleich von noch ruhendem Pferdekörper und sich bereits in Bewegung setzenden Vorderbeinen samt sich aufbäumendem Kopf bildhauerisch gereizt, variierte er das Thema doch mehrfach: so etwa in der monumentalen Travertinskulptur „Aufstehendes Pferd“ von 1934/1935 für den Garten des Robert-Bosch-Krankenhauses Stuttgart oder in seinem 1934 möglicherweise im Zusammenhang mit der Ausgestaltung des Berliner Olympiageländes entstandenen Entwurf „Pferd in Wellen“ (Verbleib unbekannt). Das heute als Dauerleihgabe in der Stiftung Fritz von Graevenitz in Solitude bei Stuttgart befindliche „Aufstehende Pferd“ aus dem Bestand der Nationalgalerie war von Graevenitz’ bildhauerischer Beitrag auf der „Großen Deutschen Kunstausstellung“ 1937 im Münchner Haus der Deutschen Kunst; es wurde 1938 auch unter dem Titel „Leżący koń“ (Liegendes Pferd) auf der Propagandaschau „Deutsche Bildhauer der Gegenwart“ in Warschau und Krakau gezeigt. | Yvette Deseyve

Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson