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Mädchen mit Blumenkranz

Ident. Nr.: A II 640

ObjID: obj:961972

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Paula Modersohn-Becker (1876 - 1907),
Künstler*in
Datierung
um 1901
Provenienz
Emil Löhnberg, Hamm,
1910 - spätestens November 1926
Nachlass/Vermächtnis: Selma Löhnberg, Hamm (Witwe von Dr. Emil Löhnberg),
vermutlich 1926 - 1928
Material / Technik
Öl auf Lindenholz
Abmessungen
Höhe x Breite: 48 x 33,5 cm
Rahmenmaß: 65,5 x 52 x 8,5 cm
Gewicht: 8,5 kg
Erwerbung
1928 Ankauf von Selma Löhnberg, Hamm

Objektbeschreibung

Für die Ausstellung moderner Kunst im Kronprinzenpalais erwarb Ludwig Justi 1928 ein Bild der jung verstorbenen Paula Modersohn-Becker. Das jugendstilig anmutende Werk zeigt die jüngere Schwester Herma (1885–1963) mit einem Kranz im Haar. Der mit den Worpsweder Künstlern gut bekannte Bremer Museumsdirektor Gustav Pauli beschreibt ihn 1919 als »Marienblümchenkranz« (Paula Modersohn-Becker, Leipzig 1919, S. 59, Kat.-Nr. 90); heute ist die schlichte, kleine Wiesenblume vorwiegend als Gänseblümchen bekannt. In den Händen hält Herma eine urnenförmige Vase mit einem Marienblümchengesteck, gleich einem zusätzlichen Attribut.
Die bildfüllende Büste des Mädchens erinnert an die »Flora« von Arnold Böcklin (Museum der Bildenden Künste Leipzig). Im Vergleich zu der selbstbewußt posierenden Frau bei Böcklin wird der schlichte Ernst der meisten Figuren von Paula Modersohn-Becker umso deutlicher. In dem Mädchen Herma erkannte Paula schon die junge Frau: »Es träumt und schläft so Süßes in ihr. Und eine Lieblichkeit ist schon wach« (P. Modersohn-Becker, Briefe und Aufzeichnungen, Leipzig 1982, S. 145).
Das Vorbild Böcklin taucht in zahlreichen Brief- und Tagebuchstellen dieser Monate auf. Im Januar 1901, nachdem sie vom Tod Böcklins erfahren hatte, schrieb sie an Otto Modersohn aus Berlin, wo sie in der Nationalgalerie gerade Böcklins Bilder bewundert hatte: »Und der Geist, der Geist Böcklins, wo bleibt er wohl? Erscheint er uns wieder in Blumen und Bäumen? Vielleicht sehe ich ihn nächsten Frühling auf dem Weyerberge blühen. Wenn ich das bedenke, so vertausendfacht sich meine Liebe und Demut vor jedem Grashalm« (ebd., S. 169). Herma mit ihrem Marienblümchenkranz ist Paula Modersohn-Beckers Huldigung an Böcklin wie an die Natur. | Angelika Wesenberg

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

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Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz

Bauer, Weihwasser nehmend

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