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Porträt Friedrich Ahlers-Hestermann

Ident. Nr.: B 78/14

ObjID: obj:962020

1957 erworben durch das Land Berlin
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Joachim Dunkel (1925 - 2002),
Künstler*in
Datierung
1957
Weitere Titel
Sammlungstitel: Porträt Friedrich Ahlers-Hestermann
Übersetzung: Portrait of Friedrich Ahlers-Hestermann
Geografische Bezüge
Material / Technik
Gips und Zement
Abmessungen
Höhe: 26 cm
Erwerbung
1957 Ankauf vom Künstler durch das Land Berlin für die Galerie des 20. Jahrhunderts (West)

Objektbeschreibung

Von tiefen Augenhöhlen, eingefallenen Wangen und profilierter Nase ist das markante Gesicht Friedrich Ahlers-Hestermanns (1883–1973) charakterisiert. Dunkel porträtierte den 74-jährigen Maler, Grafiker und Schriftsteller in einer Ruhe und Entschlossenheit, der die dynamisch gestaltete, dreieckige Sockelplatte eigentümlich entgegensteht. Der gebürtige Hamburger Ahlers-Hestermann erlebte seine künstlerisch prägenden Jahre in Paris, wo er den Kreis um die deutschen Künstler Hans Purrmann, Albert Weisgerber, Rudolf Levy oder Oskar Moll im Café du Dôme als Kunstkritiker literarisch begleitete. Über Purrmann lernte er Henri Matisse kennen, an dessen Malschule er sich zusammen mit den Hamburgern Walter Rosam und Franz Nölken einschrieb. 1918 kehrte Ahlers-Hestermann nach Deutschland zurück und lehrte an den Kölner Werkschulen, wurde aber mit dem Regierungsantritt der Nationalsozialisten entlassen. Ab 1945 wurde er zur prägenden Gestalt der Landeskunstschule Hamburg, der er bis 1951 als Direktor vorstand; dort stärkte er mit der Berufung Gerhard Marcks’ die figürliche Bildhauerei. Von 1956 bis 1973 war Ahlers-Hestermann Direktor der Abteilung Bildende Kunst an der Akademie der Künste in West-Berlin, wo auch Dunkel lebte und arbeitete. 1958 wurde Dunkel das Stipendium der Villa Massimo in Rom zugesprochen, 1959 hielt sich Ahlers-Hestermann als Ehrengast dort auf. Die Auflagenhöhe des in Gips-Zement gegossenen Porträtkopfes ist nicht genau dokumentiert. | Yvette Deseyve

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Un-Quadrat rot

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„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson