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Großer Turm

Ident. Nr.: NG 56/61

ObjID: obj:962022

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Hans Uhlmann (1900 - 1975),
Künstler*in
Datierung
1960
Weitere Titel
Sammlungstitel: Großer Turm
Übersetzung: Tall Tower
Geografische Bezüge
Material / Technik
Stahl
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 221 x 50 x 46 cm
Erwerbung
1961 Ankauf von der Galerie Hertz, Bremen

Objektbeschreibung

Ende der 1950er-Jahre entwickelte sich im Œuvre des Berliner Bildhauers Uhlmann die Motividee des Turms, mit der er sich bis zu seinem Tod 1975 intensiv auseinandersetzte. Der Turm stellte in seinen Augen die einfachste und zugleich monumentalste Form der Architektur dar. Die erste Plastik aus dieser Motivreihe entstand 1959 und setzt sich aus vier senkrechten, im rechten Winkel zueinander stehenden Stahlplatten in Schwarz und Rot zusammen. In der Mitte der Fläche sind jeweils rechteckige, negative Leerformen ausgeschnitten, denen sich kleinere, positive Rechteckformen zuordnen. Durch diese Anordnung suggeriert Uhlmann die Anmutung eines stabilen vertikalen Gefüges, das doch zugleich lichtdurchflutet ist. 1960 konstruiert der Künstler eine ungleich größere Fassung davon – mit 220 Zentimetern ist der „Große Turm“ mehr als doppelt so groß wie die frühere Version. Wieder ordnet er Stahlplatten mit schmalen Durchlässen versetzt zueinander an und verbindet die Komposition mittig durch Aussparungen sowie ein kammerartiges Element. Den Weg zu diesem zentralen Motiv im Spätwerk beschreibt der Künstler 1968 in seinem kurzen „Bericht über meine Plastik“ (in: Berlinische Galerie, Künstler*innen-Archive, Teilnachlass Hans Uhlmann, BG-Ar 6/2001-6.1. Texte von Hans Uhlmann): „Die Stationen waren: reine Drahtplastik, Arbeit mit Draht und Metallflächen, reine Metallflächenplastik: bei dieser werden die verschiedenen Möglichkeiten das Aufbaus untersucht: als Hohlform, als Relief, als Montage; geschlossen oder geöffnet; dies Alles auch in variierten Kombinationen.“ | Dorothea Schöne

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Aufstehendes Pferd

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Das ehemals im Besitz des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Berlin befindliche „Aufstehende Pferd“ aus lebhaft strukturiertem rot-schwarzen Lahnmarmor steht exemplarisch für Graevenitz’ Schaffen, dessen künstlerisch erfolgreichste Phase in die Zeit des Nationalsozialismus fiel. Ab 1937 leitete er die Bildhauerklasse sowie – mit einigen Unterbrechungen aus gesundheitlichen Gründen – vom selben Jahr bis 1945 die Kunstakademie in Stuttgart als Direktor. Beim vorliegenden Werk hat von Graevenitz offenbar das Zugleich von noch ruhendem Pferdekörper und sich bereits in Bewegung setzenden Vorderbeinen samt sich aufbäumendem Kopf bildhauerisch gereizt, variierte er das Thema doch mehrfach: so etwa in der monumentalen Travertinskulptur „Aufstehendes Pferd“ von 1934/1935 für den Garten des Robert-Bosch-Krankenhauses Stuttgart oder in seinem 1934 möglicherweise im Zusammenhang mit der Ausgestaltung des Berliner Olympiageländes entstandenen Entwurf „Pferd in Wellen“ (Verbleib unbekannt). Das heute als Dauerleihgabe in der Stiftung Fritz von Graevenitz in Solitude bei Stuttgart befindliche „Aufstehende Pferd“ aus dem Bestand der Nationalgalerie war von Graevenitz’ bildhauerischer Beitrag auf der „Großen Deutschen Kunstausstellung“ 1937 im Münchner Haus der Deutschen Kunst; es wurde 1938 auch unter dem Titel „Leżący koń“ (Liegendes Pferd) auf der Propagandaschau „Deutsche Bildhauer der Gegenwart“ in Warschau und Krakau gezeigt. | Yvette Deseyve

Un-Quadrat rot

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„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson