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Store Front Project

Ident. Nr.: NG 28/80

ObjID: obj:962058

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Christo (1935 - 2020),
Künstler*in
Datierung
1964
Weitere Titel
Sammlungstitel: Store Front Project
Schaufensterprojekt
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 90 x 122 x 10 cm
Erwerbung
1980 Ankauf von der Galerie Folker Skulima, Berlin (West)

Objektbeschreibung

Die Reihe der „Store Fronts“ (Schaufensterfronten), die zwischen 1964 und 1968 entstanden, markieren eine wesentliche Erweiterung im Werk von Christo. Im Umfeld der Nouveaux Réalistes um Pierre Restany hatte sich der gebürtige Bulgare in Paris das Verhüllen zu seinem künstlerischem Medium gemacht. Er schnürte Dinge des alltäglichen Gebrauchs zunächst in Leinenstoffe, später in Plastik, spielte mit Form- und Oberflächenwirkung sowie der Entfunktionalisierung der Gegenstände. Mit seinem Umzug nach New York 1964 setzte sich Christo zunehmend mit dem Stadtbild und der Begegnung von Mensch und Ding auseinander. Den Schaufensterfronten in wirklichkeitsgetreuer Größe gingen Modelle wie dieses voraus. Die Glasfront der 10 Zentimeter tiefen Holzkonstruktion ist mit Packpapier und Leinwand hinterklebt und veranschaulicht das künstlerische Prinzip: Der Blick ins Innere ist versperrt, der Zweck eines Schaufensters wird durchkreuzt. Diese optische Negierung wird verstärkt, indem Christo den angedeuteten Innenraum durch eine Beleuchtung inszeniert, die am oberen, nicht abgeklebten Abschnitt des Schaufensters zu erahnen ist. Erstmals wendete der Künstler die Methode des Verhüllens hier nach Innen. Doch auch mit der Umkehrung seines künstlerischen Mittels vermittelt er seine Grundaussage: Den Betrachtenden wird die eigene Neugier vorgeführt, die unbefriedigt bleibt, während stattdessen eine neue Wahrnehmung des Vertrauten ermöglicht. | Sina Jentzsch

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz