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Porträt Walter Ulbricht

Ident. Nr.: B III 89

ObjID: obj:962069

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Walter Arnold (1909 - 1979),
Künstler*in
Datierung
1969
Weitere Titel
Sammlungstitel: Porträt Walter Ulbricht
Übersetzung: Portrait of Walter Ulbricht
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 42 x 29 x 35,5 cm
Erwerbung
1969 Ankauf vom Künstler, Dresden, aus Mitteln des Ministeriums für Kultur der DDR

Objektbeschreibung

Zwei Jahre nachdem Arnold mit seiner Porträtreihe historischer, vorbildhafter Persönlichkeiten der Arbeiterbewegung begonnen hatte, wandte er sich Personen des aktuellen zeitgeschichtlichen und politischen Geschehens zu. 1969 fertigte er die Büste von Walter Ulbricht (1893–1973) an, dem Staatsratsvorsitzenden und damit einflussreichsten Politiker der DDR. Arnolds Absicht war es, mit seiner Kunst nicht nur die Zeitgeschichte abzubilden, sondern sie auch als Medium zur Bildung und Erziehung einer sozialistischen Gesellschaft einzusetzen. In diesem Sinne beschrieb auch Gerhard Rudolf Meyer, von 1958 bis 1976 Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin im Ostteil der Stadt, Arnolds gesellschaftlichen Einfluss: „Sein Auftraggeber ist das Volk, ihm legt er Rechenschaft ab in seinen Werken, unserer Jugend aber ist er Vorbild und Lehrer.“ (Gerhard Rudolf Meyer, Geleit, in: Walter Arnold. Ausstellung zu seinem 50. Geburtstag, Deutsche Akademie der Künste, Berlin [Ost] 1959, S. 1) Aufgrund ihrer Relevanz wurde die Büste „Porträt Walter Ulbricht“ direkt nach ihrer Fertigstellung 1969 mit Mitteln des Ministeriums für Kultur der DDR angekauft. | Jill Praus

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz