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Kathedrale

Ident. Nr.: FNG 6/79

ObjID: obj:962104

Erworben durch die Freunde der Nationalgalerie
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Kurt Schwitters (1887 - 1948),
Künstler*in
Datierung
1923-1926
Weitere Titel
Sammlungstitel: Kathedrale
Übersetzung: Cathedral
Provenienz
Sammlung Hannah Höch, Berlin,
wohl um 1926 - 1978
Nachlass/Vermächtnis: Erbengemeinschaft Hannah Höch,
1978–1979
Material / Technik
Holz
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 39 x 17 x 7 cm
Erwerbung
1979 Ankauf aus dem Nachlass Hannah Höch, Berlin (West), durch den Verein der Freunde der Nationalgalerie

Objektbeschreibung

„Kathedrale“ ist eines der wenigen erhaltenen Materialreliefs von Schwitters aus den frühen 1920er-Jahre. Sie setzt sich aus unterschiedlichen, auf einer dreickigen Grundplatte mit Nägeln montierten hölzernen Fundstücken zusammen. Wie in seinen Collagen griff Schwitters auch hier auf vorgefundene Materialien zurück, die er in einen neuen, ungewöhnlichen Zusammenhang stellte. Ihres ursprünglichen Kontextes beraubt vertraute er ganz auf die ästhetische Eigenwertigkeit der Gegenstände und sensibilisierte für die oft zu wenig wahrgenommenen Strukturen und Materialeigenschaften der uns umgebenden Objektwelt. „Die Merzmalerei“, so der Künstler, „bedient sich […] nicht nur der Farbe und der Leinwand, des Pinsels, der Palette, sondern aller vom Auge wahrnehmbarer Materialien und aller erforderlichen Werkzeuge. Dabei ist es unwesentlich, ob die verwendeten Materialien schon für irgend welchen Zweck geformt waren oder nicht. Das Kinderwagenrad, das Drahtnetz, der Bindfaden und die Watte sind der Farbe gleichberechtigte Faktoren. Der Künstler schafft durch Wahl, Verteilung und Entformung der Materialien“ (Kurt Schwitters, Die Merzmalerei, 1919, in: ders., Das literarische Werk, Köln 1981, Band 5, S. 37). Das Motiv und der Begriff der Kathedrale tauchen häufiger in Schwitters’ Werk auf, ist diese für ihn doch ein Symbol für die Vereinigung aller Künste. Ebenso wie die „Breite Schmurchel“ (FNG 7/79) entstand die „Kathedrale“ bei dem Ostsee-Urlaub von Schwitters, Hans Arp und Hannah Höch auf Rügen 1923. Wohl aus der Rückschau datierte Höch das Werk, das schon damals ihr gehörte, fälschlich auf 1926 (Aufkleber Rückseite, Beschriftung: Höch 1926). | Maike Steinkamp

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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