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Porträt Walter Leistikow

Ident. Nr.: B 82

ObjID: obj:962156

1952 erworben durch das Land Berlin
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Georg Kolbe (1877 - 1947),
Künstler*in
Datierung
1907 (Guss 1907)
Weitere Titel
Sammlungstitel: Porträt Walter Leistikow
Übersetzung: Portrait of Walter Leistikow
Geografische Bezüge
Provenienz
Walter Leistikow, Berlin,
1908
Nachlass/Vermächtnis: Anna Leistikow, Berlin und Kopenhagen,
1908–1950
Nachlass/Vermächtnis: Familie Leistikow, Kopenhagen,
1950–1952
Galerie des 20. Jahrhunderts, Berlin (West),
1952–1968
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 46 x 30 x 26 cm
Erwerbung
1952 Ankauf von Frau W. Leistikow, Kopenhagen, durch das Land Berlin für die Galerie des 20. Jahrhunderts (West)

Objektbeschreibung

Kolbe hatte Walter Leistikow (1865–1908) in der Berliner Secession kennengelernt, in welcher der Landschaftsmaler eine führende Rolle spielte. Im Januar 1905, kurze Zeit nach seiner Übersiedlung nach Berlin, war Kolbe in die Secession aufgenommen worden. Das Bildnis entstand offensichtlich im Auftrag des Dargestellten, der sich am 27. November 1907 für die Büste bedankte (Brief im Archiv Georg Kolbe Museum, Berlin, GK.207). Die Bronze ist ein Unikat; so wird sie auch in Kolbes Werkliste von 1921 (ebd., GK.686) bezeichnet. Anders als bei den meisten seiner Porträts (vgl. „Junge Russin“, B III 252; „Ferruccio Busoni“, B 72/10, und „Paul Cassirer“, B III 76) verzichtete der Künstler hier noch nicht auf den traditionellen Büstenabschnitt. Der Realismus des Kopfes steht im Gegensatz zur lockeren, gleichsam impressionistischen Modellierung beim Gewand. Das Bildnis, das Leistikow mit schwermütigem Gesichtsausdruck zeigt, entstand im Jahr vor dem Freitod des Malers. | Ursel Berger

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Aufstehendes Pferd

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Das ehemals im Besitz des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Berlin befindliche „Aufstehende Pferd“ aus lebhaft strukturiertem rot-schwarzen Lahnmarmor steht exemplarisch für Graevenitz’ Schaffen, dessen künstlerisch erfolgreichste Phase in die Zeit des Nationalsozialismus fiel. Ab 1937 leitete er die Bildhauerklasse sowie – mit einigen Unterbrechungen aus gesundheitlichen Gründen – vom selben Jahr bis 1945 die Kunstakademie in Stuttgart als Direktor. Beim vorliegenden Werk hat von Graevenitz offenbar das Zugleich von noch ruhendem Pferdekörper und sich bereits in Bewegung setzenden Vorderbeinen samt sich aufbäumendem Kopf bildhauerisch gereizt, variierte er das Thema doch mehrfach: so etwa in der monumentalen Travertinskulptur „Aufstehendes Pferd“ von 1934/1935 für den Garten des Robert-Bosch-Krankenhauses Stuttgart oder in seinem 1934 möglicherweise im Zusammenhang mit der Ausgestaltung des Berliner Olympiageländes entstandenen Entwurf „Pferd in Wellen“ (Verbleib unbekannt). Das heute als Dauerleihgabe in der Stiftung Fritz von Graevenitz in Solitude bei Stuttgart befindliche „Aufstehende Pferd“ aus dem Bestand der Nationalgalerie war von Graevenitz’ bildhauerischer Beitrag auf der „Großen Deutschen Kunstausstellung“ 1937 im Münchner Haus der Deutschen Kunst; es wurde 1938 auch unter dem Titel „Leżący koń“ (Liegendes Pferd) auf der Propagandaschau „Deutsche Bildhauer der Gegenwart“ in Warschau und Krakau gezeigt. | Yvette Deseyve

Un-Quadrat rot

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„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson