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Porträt Josef Hegenbarth

Ident. Nr.: B I 691

ObjID: obj:962173

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Herbert Volwahsen (1906 - 1988),
Künstler*in
Datierung
um 1949-1952
Weitere Titel
Sammlungstitel: Porträt Josef Hegenbarth
Übersetzung: Portrait of Josef Hegenbarth
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 33 x 18,5 x 255 cm
Erwerbung
Ankauf vom Künstler durch die Staatliche Kunstkommission auf der III. Deutschen Kunstausstellung

Objektbeschreibung

Der Bildhauer Volwahsen, ab 1925 an der Kunstakademie in Dresden bei Karl Albiker und Rudolf Born ausgebildet, teilte mit Josef Hegenbarth und anderen Künstlern seiner Generation nach 1945 die Hoffnung auf eine neue, freie Entwicklung der Kunst. 1946 war er Mitorganisator und Jurymitglied der „Allgemeinen Deutschen Kunstausstellung Dresden“, gesamtdeutsch und unter bewusster Einbeziehung moderner Künstler. In seiner Eröffnungsrede formulierte er: „Die Ausstellung soll zeigen, daß Kunst eine Arbeit ist, nicht nur für den Schaffenden, sondern auch für den Betrachter. […] daß wir nicht mit Verordnungen Kunst machen müssen, sondern daß wirklich eine Kunst entsteht als Stil und Ausdruck des Lebens unserer Zeit.“ (Ausst.-Kat., Dresden 1946, o. S.) 1948 wurden Josef Hegenbarth und Volwahsen in der nur von 1946 bis 1950 erschienenen „Zeitschrift für Kunst“ mit monografischen Artikeln gewürdigt, im selben Heft legte Volwahsen umfassend seine Kunstauffassung dar. Zur gleichen Zeit entstanden das Gipsmodell und die Bronzebüste Hegenbarths. Ab Anfang der 1950er-Jahre aber zeichnete sich ab, dass die Kunstfreiheit wieder beschränkt werden würde. 1952 erhielt Volwahsen den Kunstpreis der Stadt Köln. Ende 1953 verließ er schweren Herzens Dresden und die DDR. Zuvor zeigte er die Büste des Freundes Hegenbarth noch auf der „3. Deutschen Kunstausstellung“, die bereits ganz auf einen sozialistischen Realismus setzte. Hegenbarth und Volwahsen hatten vor dessen Übersiedlung Ateliers im Künstlerhaus Dresden-Loschwitz. Zum Loschwitzer Freundeskreis gehörte auch Wilhelm Lachnit, der 1946 Frau Volwahsen gemalt hatte (A IV 523). | Angelika Wesenberg

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Aufstehendes Pferd

Aufstehendes Pferd

Das ehemals im Besitz des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Berlin befindliche „Aufstehende Pferd“ aus lebhaft strukturiertem rot-schwarzen Lahnmarmor steht exemplarisch für Graevenitz’ Schaffen, dessen künstlerisch erfolgreichste Phase in die Zeit des Nationalsozialismus fiel. Ab 1937 leitete er die Bildhauerklasse sowie – mit einigen Unterbrechungen aus gesundheitlichen Gründen – vom selben Jahr bis 1945 die Kunstakademie in Stuttgart als Direktor. Beim vorliegenden Werk hat von Graevenitz offenbar das Zugleich von noch ruhendem Pferdekörper und sich bereits in Bewegung setzenden Vorderbeinen samt sich aufbäumendem Kopf bildhauerisch gereizt, variierte er das Thema doch mehrfach: so etwa in der monumentalen Travertinskulptur „Aufstehendes Pferd“ von 1934/1935 für den Garten des Robert-Bosch-Krankenhauses Stuttgart oder in seinem 1934 möglicherweise im Zusammenhang mit der Ausgestaltung des Berliner Olympiageländes entstandenen Entwurf „Pferd in Wellen“ (Verbleib unbekannt). Das heute als Dauerleihgabe in der Stiftung Fritz von Graevenitz in Solitude bei Stuttgart befindliche „Aufstehende Pferd“ aus dem Bestand der Nationalgalerie war von Graevenitz’ bildhauerischer Beitrag auf der „Großen Deutschen Kunstausstellung“ 1937 im Münchner Haus der Deutschen Kunst; es wurde 1938 auch unter dem Titel „Leżący koń“ (Liegendes Pferd) auf der Propagandaschau „Deutsche Bildhauer der Gegenwart“ in Warschau und Krakau gezeigt. | Yvette Deseyve

Un-Quadrat rot

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„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson