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Torso 1980 (Schwangere)

Ident. Nr.: B III 209

ObjID: obj:962250

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Peter Makolies (1936 -),
Künstler*in
Datierung
1980
Weitere Titel
Sammlungstitel: Torso 1980 (Schwangere)
Übersetzung: Torso 1980 (Pregnant Woman)
Geografische Bezüge
Material / Technik
Marmor
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 75 x 32 x 15 cm
Erwerbung
1982 Ankauf vom Künstler, Dresden

Objektbeschreibung

Makolies wuchs in Thüringen auf. Schon früh besuchte er erste Zeichenkurse und brach schließlich die Oberschule ab, um 1953 eine Steinmetzlehre in Dresden zu beginnen, wo er unter anderem an der Restaurierung barocker Skulpturen mitwirkte. 1964 absolvierte er seine Meisterprüfung als Steinbildhauer. 1958 hatte er begonnen, erste eigene Bildwerke zu schaffen, und arbeitet seit 1966 als freischaffender Bildhauer. Makolies hatte sich bewusst gegen ein Kunststudium entschieden, nahm jedoch 1955, ähnlich wie der damals erst 14-jährige Ralf Winkler (A.R. Penck) und gleichzeitig mit Winfried Dierske, Peter Graf und Peter Herrmann, Zeichenkurse bei dem Filmemacher und Maler Jürgen Böttcher (Strawalde). Sie alle gründeten zusammen die nonkonforme Künstlergruppe „Erste Phalanx Nedserd“, deren kämpferische Ausrichtung sich schon ihrer Benennung niederschlug, der Umkehrung des Wortes Dresden. 1961 porträtierte Böttcher Makolies, Graf und Herrmann in dem Kurzfilm „Drei von Vielen“, der Künstler zeigte, die ihren Lebensunterhalt durch kunstfremde Arbeit verdienen mussten. Der Film stand bis 1988 auf dem Index, da er nicht in das Bild der sozialistischen Kulturpolitik passte. „Torso 1980 (Schwangere)“ gehört zu einer Reihe polierter, weißer Marmorarbeiten, die Makolies’ bevorzugtes Sujet zeigen: den weiblichen Körper. Der glatte Marmor verleiht dem Frauentorso etwas Kühles; die großzügigen Kurven von Bauch, Brüsten und Armen assoziieren in ihrer sinnlichen Formfülle klassische Bilder von Mütterlichkeit. Die linke Hand der Skulptur verschmilzt zu einem non-finito und unterstreicht das Fragmentarische des Werkes. | Lola Inó Schönherr

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz