Grünes Mädchen
Ident. Nr.: A IV 232
ObjID: obj:962256
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Neue Nationalgalerie
E-Mail:
nng@smb.spk-berlin.deDetails (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1915
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: Grünes MädchenÜbersetzung: The Green Girl
- Provenienz
- Kurt Schmidt, Karl-Marx-Stadt,
1969 - Material / Technik
- Öl auf Leinwand
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 85 x 76 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/962256
Objektbeschreibung
Im Mai 1915 wurde Schmidt-Rottluff zum Heeresdienst eingezogen, für lange Zeit war er nur noch eingeschränkt künstlerisch tätig. Während der bedrückenden Kriegsmonate zuvor waren etliche Porträts von Kunsthistorikern und Freunden entstanden, aber auch anonyme Frauenbildnisse. Das „Grüne Mädchen“ in bergiger Landschaft hat die Hände zu den Schultern gehoben, eine Neuaufnahme der Geste aus dem Holzschnitt „Die Sonne“ von 1914 (WVZ Schapire 1924, 152). Sie trägt ein blaues Wickelkleid mit weiß gezacktem Rand, eine Zeichnung von 1915 zeigt nur den Kopf und die Zackenborte (WVZ Grohmann 1956, S. 68). Die Farben der Bildnisse von 1915 sind überraschend gedämpft, die Darstellungen gegenständlicher als zuvor, diese Frauen wirken in sich gekehrt, sie verharren in melancholischem Ernst. Das Interesse des Malers hat sich auf das Gesicht und seinen psychischen Ausdrucksgehalt verschoben. An Gustav Schiefler hatte Schmidt-Rottluff im Dezember 1913 geschrieben: „Köpfe habe ich oft im Verhältnis zu den anderen Körperformen ins Ungeheure gesteigert, als einen Sammelpunkt aller Psyche, allen Ausdrucks. Aber alle anderen Körperformen tendieren in ihren geistigen Bewegungen nach dem Kopfe, sammeln sich darin und so wächst die Form ganz von selbst ins Große“ (Gerhard Wietek, Schmidt-Rottluff. Oldenburger Jahre 1907–1912, Mainz 1995, S. 147). | Angelika Wesenberg
Letzte Aktualisierung: 16.04.2026
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