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Hockende Frau

Ident. Nr.: NG 1/64

ObjID: obj:962371

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Manolo (1872 - 1945),
Künstler*in
Datierung
1914
Weitere Titel
Sammlungstitel: Hockende Frau
Originaltitel: Femme accroupie
Übersetzung: Crouching Woman
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 21,8 x 17,6 x 15 cm
Erwerbung
1964 Ankauf von der Freien Galerie, Berlin (West)

Objektbeschreibung

Bekannt wurde der katalanische Bildhauer Manuel Martínez Hugué unter dem Namen Manolo Hugué oder auch nur Manolo. Sein Stil, der ihn über die Grenzen Kataloniens hinaus berühmt werden ließ, bewegt sich zwischen dem Noucentisme, einer katalanischen Form des Neoklassizismus, und dem Kubismus. Doch auch die zwischen 1901 und 1910 in Paris geschlossenen Freundschaften mit Pablo Picasso, Georges Braque, Juan Gris, Erik Satie und vor allem dem Galeristen Daniel-Henry Kahnweiler, mit dem er bis 1933 überdies geschäftlich verbunden war, trugen zu seiner Bekanntheit bei. Finanziell abgesichert konnte er sich schließlich mit seiner Frau Totote (Jeanne de Rochette) im südwestfranzösischen Céret an der spanischen Grenze niederlassen, wo sich auch Picasso, Braque und Gris 1912 und 1913 für längere Zeit aufhielten. Manolos realistische Arbeiten sind der antiken griechisch-römischen Tradition verhaftet und haben Aristide Maillol, Auguste Rodin und Medardo Rosso zum Vorbild. Sie zeigen volkstümlich und lebensnah zumeist Toreros oder Flamencotänzerinnen, sind aber auch den Motiven Mutter und Kind sowie dem weiblichen Akt gewidmet, wie die im Kriegsjahr 1914 entstandene „Hockende Frau“. Mit weit geöffneten Augen hat sie gedankenverloren ihren Kopf auf die rechte Schulter gelegt, ihre Arme sind verschränkt. Eine schwungvolle Linie fasst die ausladenden Rundungen des Aktes, der sich in die imaginäre Form eines Kubus drängt, archaisch und monumental. | Johanna Yeats

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Aufstehendes Pferd

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Das ehemals im Besitz des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Berlin befindliche „Aufstehende Pferd“ aus lebhaft strukturiertem rot-schwarzen Lahnmarmor steht exemplarisch für Graevenitz’ Schaffen, dessen künstlerisch erfolgreichste Phase in die Zeit des Nationalsozialismus fiel. Ab 1937 leitete er die Bildhauerklasse sowie – mit einigen Unterbrechungen aus gesundheitlichen Gründen – vom selben Jahr bis 1945 die Kunstakademie in Stuttgart als Direktor. Beim vorliegenden Werk hat von Graevenitz offenbar das Zugleich von noch ruhendem Pferdekörper und sich bereits in Bewegung setzenden Vorderbeinen samt sich aufbäumendem Kopf bildhauerisch gereizt, variierte er das Thema doch mehrfach: so etwa in der monumentalen Travertinskulptur „Aufstehendes Pferd“ von 1934/1935 für den Garten des Robert-Bosch-Krankenhauses Stuttgart oder in seinem 1934 möglicherweise im Zusammenhang mit der Ausgestaltung des Berliner Olympiageländes entstandenen Entwurf „Pferd in Wellen“ (Verbleib unbekannt). Das heute als Dauerleihgabe in der Stiftung Fritz von Graevenitz in Solitude bei Stuttgart befindliche „Aufstehende Pferd“ aus dem Bestand der Nationalgalerie war von Graevenitz’ bildhauerischer Beitrag auf der „Großen Deutschen Kunstausstellung“ 1937 im Münchner Haus der Deutschen Kunst; es wurde 1938 auch unter dem Titel „Leżący koń“ (Liegendes Pferd) auf der Propagandaschau „Deutsche Bildhauer der Gegenwart“ in Warschau und Krakau gezeigt. | Yvette Deseyve

Un-Quadrat rot

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„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson