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Schöner Sommernachmittag

Ident. Nr.: A IV 516

ObjID: obj:962373

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Uwe Pfeifer (1947 -),
Künstler*in
Datierung
1980
Weitere Titel
Sammlungstitel: Schöner Sommernachmittag
Übersetzung: Beautiful Summer Afternoon
Material / Technik
Öl auf Hartfaser
Abmessungen
Höhe x Breite: 75 x 90 cm
Erwerbung
1985 Ankauf vom Künstler, Halle/Saale

Objektbeschreibung

In dieser gemalten Montage werfen die detailliert wiedergegebenen Fragmente von der Wirklichkeit viele Fragen auf. Träumt die Frau, deren Gesicht zum Himmel gewendet ist, von der Schnecke, dem Vogel und dem orangefarbenen Drachenflieger? Steckt eine symbolische Bedeutung dahinter? Oder geht es vielmehr um die Kontraste der Farben und Oberflächen: blutrote Lippen vor cremefarbener Haut und sattgrüner Vegetation; das dunklere Grün der Glasflasche neben den teils glänzenden Brauntönen der Tiere und dem lilafarbenen Vogelauge? Drachen und Mondsichel stechen am Himmel heraus. Es scheint ein Bild angehaltener Zeit zu sein, wie an einem ruhigen, heißen Sommertag. Pfeifer malte es mit der fotorealistischen Präzision, für die er bereits bekannt war, doch der Bezug zum Surrealismus, das Fragmentarische und Traumähnliche stehen im Widerspruch zu den Vorgaben für die „realistische“ Kunst in der DDR. Bereits 1978 bemängelte Fritz Duda, ein etablierter Maler in der DDR, in der Kunst wäre ein Rückzug vom Sozialistischen Realismus zu beobachten, vom gesellschaftlichen Gegenstand und der sozialen Funktion, von der Parteilichkeit und der marxistischen Kritik (Rede auf dem VIII. Kongress des BK-DDR, zit. nach Kunstkombinat DDR. Daten und Zitate zur Kunst und Kunstpolitik der DDR 1945–1990, Berlin 1990, S. 112f.). Pfeifer bietet in der Tat den Rückzug in eine Traumwelt fernab dieser Vorgaben an, ohne sich hiermit oder in seinen Aussagen auf eine Position festzulegen. | Emily Joyce Evans

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz