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Une cuillère pour papa, une cuillère pour maman

Ident. Nr.: NG 24/80

ObjID: obj:962379

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Arman (1928 - 2005),
Künstler*in
Datierung
1962
Weitere Titel
Sammlungstitel: Une cuillère pour papa, une cuillère pour maman
Ein Löffel für Papa, ein Löffel für Mama
Übersetzung: A Spoon for Papa, a Spoon for Mama
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
586276
Galerie Jöllenbeck, Köln,
1980
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 156 x 93,5 x 9,5 cm
Erwerbung
1980 Ankauf von der Galerie Jöllenbeck, Köln

Objektbeschreibung

Der aus Nizza stammende Armand Pierre Fernandez wählte 1958 den Künstlernamen Arman, unter dem er für die serielle Verwendung von ausrangierten Gegenständen Bekanntheit erlangte. Nachdem er zunächst in Farbe getauchte Objekte über die Leinwand gezogen hatte („allures d’objet“), porträtierte er kurze Zeit später mit dem Inhalt von Mülleimern deren Besitzer („poubelles“). 1959 begann Arman in seiner Werkserie der „accumulations“ mit Anhäufungen einer Vielzahl gleichartiger Industrieprodukte. In „Une cuillère pour papa, une cuillère pour maman“ („Ein Löffel für Papa, ein Löffel für Mama“) finden sich unzählige in Gießharz eingelassene Löffel neben- und übereinander verteilt und zu einem reliefartigen Bild verarbeitet. Was auf den ersten Blick als schlichte Monotonie des immer Gleichen erscheint, offenbart sich bei näherem Hinsehen als eine Ansammlung unterschiedlichster Modelle mit verschiedensten Gebrauchsspuren. Das Industrieerzeugnis war für Arman nur dann interessant, wenn es nicht mehr neu, sondern von der Gesellschaft benutzt und aussortiert worden war. Im Sinne der von Pierre Restany Anfang 1960 initiierten Gruppe der Nouveaux Réalistes, der sich Arman gemeinsam mit Yves Klein, Daniel Spoerri und Jean Tinguely angeschlossen hatte, wollte der Künstler mit seinen Akkumulationen von Alltagsobjekten eine soziologische Realität spiegeln. Dahinter stand eine kritische Einstellung zum Konsum, denn es sind die Hinterlassenschaften der Wohlstandsgesellschaft, die Arman zusammentrug. | Irina Hiebert Grun

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Aufstehendes Pferd

Aufstehendes Pferd

Das ehemals im Besitz des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Berlin befindliche „Aufstehende Pferd“ aus lebhaft strukturiertem rot-schwarzen Lahnmarmor steht exemplarisch für Graevenitz’ Schaffen, dessen künstlerisch erfolgreichste Phase in die Zeit des Nationalsozialismus fiel. Ab 1937 leitete er die Bildhauerklasse sowie – mit einigen Unterbrechungen aus gesundheitlichen Gründen – vom selben Jahr bis 1945 die Kunstakademie in Stuttgart als Direktor. Beim vorliegenden Werk hat von Graevenitz offenbar das Zugleich von noch ruhendem Pferdekörper und sich bereits in Bewegung setzenden Vorderbeinen samt sich aufbäumendem Kopf bildhauerisch gereizt, variierte er das Thema doch mehrfach: so etwa in der monumentalen Travertinskulptur „Aufstehendes Pferd“ von 1934/1935 für den Garten des Robert-Bosch-Krankenhauses Stuttgart oder in seinem 1934 möglicherweise im Zusammenhang mit der Ausgestaltung des Berliner Olympiageländes entstandenen Entwurf „Pferd in Wellen“ (Verbleib unbekannt). Das heute als Dauerleihgabe in der Stiftung Fritz von Graevenitz in Solitude bei Stuttgart befindliche „Aufstehende Pferd“ aus dem Bestand der Nationalgalerie war von Graevenitz’ bildhauerischer Beitrag auf der „Großen Deutschen Kunstausstellung“ 1937 im Münchner Haus der Deutschen Kunst; es wurde 1938 auch unter dem Titel „Leżący koń“ (Liegendes Pferd) auf der Propagandaschau „Deutsche Bildhauer der Gegenwart“ in Warschau und Krakau gezeigt. | Yvette Deseyve

Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson